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Q&A: Stachel oder Saitenhalter mit Wolf-Unterdrückung?

Ab und zu stellen mir Leser eine Frage von allgemeinem Interesse. Ich publiziere sie dann mit meiner Antwort anonymisiert unter der Rubrik Q & A (Question and Answer). Zögern Sie nicht: Auch Sie können mir Ihre Frage stellen.

Frage:

Mein Cello hat einen ziemlich fiesen Wolf auf dem fis. Dieser ist seltsamerweise auf der A-Saite am schlimmsten. Gerade hilft mir zwar ein Wolftöter auf der A-Saite aber der Klang leidet ziemlich darunter. Mein Geigenbauer hat einen Resonator eingebaut, was aber so gut wie nichts gebracht hat.

Nun habe ich zwei Produkte im Internet gefunden, die angeblich Wolfstöne unterdrücken können; der Saitenhalter “Solist” und der Berlin Sound Pin – beides zu teuer, um einen Spontankauf zu wagen…
:-S

Hast du von den beiden Produkten schon mal etwas gehört oder kennst du jemanden, der damit positive Erfahrungen gemacht hat? Im Netz finde ich so gar keine Erfahrungsberichte…

 

Antwort:

Ich habe den Berlin Sound Pin mal probiert aber keinen klanglichen Vorteil erkennen können. Auf Wolfstöne habe ich damals nicht getestet.
Den Saitenhalter Solist habe ich nie ausprobiert. Wie du richtig sagst, sind beide Produkte sehr teuer. Ich würde sie höchstens kaufen, wenn ich sie vorher mindestens einen Monat ausprobiert hätte. Ich kann mir aber eigentlich nicht so recht vorstellen, dass diese Produkte viel bringen.
Sehr effektiv kann man Wölfe meistens killen, indem man beim Spielen dann, wenn man einen Wolfston anspielt, stets mit dem rechten Knie leichten Druck (wirklich nur leichten Druck!) auf die Decke des Cellos ausübt. Man drückt also seitlich gegen die Decke. Ich mache das so. Wie gesagt bedarf es aber nur sehr wenig Kraft, ansonsten könnte man das Cello kaputtmachen. Letztlich sind Celli mit starken Wölfen aber meistens nur mit einem Wolfstöter, wie du ihn schon hast, gut spielbar.
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Q & A: Kann ein Second-Hand-Cellokoffer eine gute Sache sein?

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Frage:
Ich bin schon länger auf der Suche nach einem geeigneten und gleichzeitig bezahlbaren Cellokoffer. Ich stelle mir zum Beispiel die Frage, ob es sinnvoll ist, angesichts von Preisen von häufig 100€ und mehr (in Deutschland) auf einen gebrauchten Koffer auszuweichen (oder ermüdet das meistens verwendete Material?). Wenn ja, gibt es geeignete Bezugsquellen außerhalb von persönlichen Kontakten und ebay/kleinanzeigen (bspw. einen speziellen Marktplatz für gebrauchtes Streicherzubehör?).
Ich weiß, dass Sie erst kürzlich eine Anfrage zu einem speziellen Kasten beantwortet haben. Vielleicht wären ein paar allgemeine Hinweise (vll. auch: worauf ist beim Kauf zu Achten?) auch für andere Lesen von Interesse…

Antwort:
Ihre Frage ist sehr interessant.
Ehrlicherweise muss ich vorausschicken, dass ich den Gebraucht-Cellokoffer-Markt nicht kenne. Aber ich vermute, dass man bei den Second Hand Koffern häufig mit sehr schweren, älteren Koffern konfrontiert wird.
Eine Investition in einen guten neuen Cellokoffer lohnt sich für Cellisten in der Regel immer. Es muss ja nicht unbedingt das ultraleichte Top-Modell aus Kohlefasern sein, welches nur 2.8kg wiegt. Aber einen vernünftigen Plastikkoffer wie diesen hier (wiegt 4,8kg) würde ich in Erwägung ziehen. Ich hatte das Vorgängermodell davon und es diente mir 12 Jahre lang. Danach war der Koffer nicht mehr ganz wasserdicht, weswegen ich ihn weitergab (der neue Besitzer war über die Undichte informiert). Mein aktueller Cellokoffer (ein Accord Standard) hält auch bereits über 13 Jahre, trotz intensivem, täglichem Gebrauch. Einzig die Verschluss-Schnallen musste ich auswechseln lassen. Vermutlich wird er mir noch mehrere weitere Jahre dienen. Ich finde, dass die lange Lebensdauer den hohen Preis eines guten Cellokoffers relativiert. Einen billigen, der dann nur ein paar Jahre hält, weil die Qualität schlecht ist, würde ich vermeiden.
Second Hand Angebote können Sie durchaus prüfen. Ich würde aber jeden Koffer immer persönlich in Augenschein nehmen und nebst der Qualität und dem Zustand auch auf das Gewicht und den Tragekomfort achten (die beste Art, ein Cello zu transportieren ist wie ein Rucksack auf dem Rücken – ältere und zum Teil sehr schwere Koffer bieten diese Möglichkeit oft nicht oder haben nur einen einzigen Riemen anstatt zwei, was besonders bei schweren Koffern sehr unbequem ist). Von allzu schweren Koffern (über 5kg) rate ich ab.

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Q & A: Ist der Brack-Cellokasten gut?

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Frage:

Ich bin ein Hobby-Cellist auf der Suche nach einem Cellokasten. Dabei bin ich auf die Schweizer Firma Brack gestoßen. Bei uns kann man nur GEWA- und BAM-Kästen anschauen. Haben Sie zufällig Ihre Erfahrungen mit Brack-Kästen?

Antwort:

Selber habe ich keinen Brack-Cellokasten. Aber die Kollegen, die einen besitzen sind damit sehr zufrieden. Es handelt sich um ein Qualitätsprodukt. Zwar ist er ein wenig schwerer als etwa der Kohlefaserkasten der Firma Accord. Aber ich würde ihn in Zukunft dennoch in die engere Auswahl nehmen, weil er das Cello offenbar besser gegen Kälte isoliert als der Accord-Kasten.
Die Kästen von Bam und Gewa kenne ich nicht gut.

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Q & A: Mit 31 anfangen Cello zu spielen?

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Frage:

Ich habe im “hohen Alter” von 31 Jahren mit dem Cello spielen angefangen (love it). Wenn sie noch einmal von vorne beginnen könnten mit dem Erlernen dieses Instrumentes, was würden sie heute anders machen; resp. was ist ihr wichtigster Tipp für eine Anfängerin?

Antwort:

Glückwunsch! Es ist toll, dass Sie Cello spielen.
Ich würde drei Dinge als sehr wichtig bezeichnen.
1. Man braucht eine(n) Cellolehrer(in), den/die man möglichst jede Woche oder vierzehntäglich für 30-40 min sieht. Es muss am Anfang kein berühmter Cellist sein, sondern ein pädagogisch geschickter, der Erfahrung mit Anfängern hat. Er/sie wird Sie Schritt für Schritt mit der Technik des Cellospiels vertraut machen.
2. regelmässiges und systematisches Üben, um die Inputs des Lehrers zu verarbeiten. Am besten jeden Tag 20-30 min.
3. Viel Geduld und Durchhaltewillen, weil es ein weiter Weg ist, der sich über Jahre und sogar Jahrzehnte erstrecken wird.
Ich denke übrigens nicht, dass ein Kind schneller und einfacher lernt als ein Erwachsener. Aber ein Kind stört sich am Anfang nicht daran, dass es eher kratzt als klingt und auch recht falsch noch dazu während ein Erwachsener Cello-Fan wahrscheinlich schon einige gute Cellisten gehört hat und sich daher möglicherweise von der Tatsache, dass es auch nach Monaten oder Jahren noch anfängerhaft klingt, entmutigen lassen könnte. Da muss man Willen, Geduld, Zeit und Ausdauer haben.
Ich würde alles nochmal gleich machen wie ich es tat ausser, dass ich möglicherweise bereits spätestens nach ca. 3-4 Jahren mit Solfège als Zusatzfach begonnen hätte (dort lernt man u.a. Noten und Rhythmen lesen und schreiben). Das ist eine Domäne, die im Cellounterricht nur am Rande unterrichtet werden kann, weil die Zeit fehlt und es nicht das Fachgebiet des Cellolehrers ist. Je besser man aber spielt, desto mehr profitiert man, wenn man gut Noten lesen kann und umgekehrt.
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Q & A: Ideale Position für den Wolftöter?

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Frage:

Vielleicht könnten Sie in Ihrem Blog auch mal erklären, wie und wo man am besten einen Anti-Wolf an einem Cello anbringt, C- o G-Saite, auf welcher Höhe usw…

Antwort:

Das ist auf jedem Cello ein bisschen anders und findet man daher nur durch Try and Error heraus.
Meistens ist der Wolfston ja irgendwo zwischen dem Es und dem Fis auf der G-Saite (und am schlimmsten auf der C-Saite, wenn man den Wolfston hoch genug spielt). Man muss einfach den Wolfston spielen und dann den Wolfstöter milimeterweise verschieben bis man den Wolf nicht mehr hört. Normalerweise kann man das in 5-10 min gut einstellen.
In meiner Erfahrung tötet man den Wolf im Zweifelsfall wirkungsvoller, wenn der Wolfstöter nahe am Steg ist.
Auf meinem Cello ist die ideale Position für den Wolfstöter auf der G-Saite zwei fingerbreit unter dem Steg.
Es gibt übrigens auch Celli die keinen Wolf haben oder zumindest keinen auffälligen. Dann braucht man natürlich keinen Wolftöter.

 

 

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Q & A: Welches Aufnahmegerät?

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Frage:

Ich bin derzeit auf der Suche nach einem Aufnahmegerät und finde leider wenig Aussagekräftiges im Internet – selten Hörproben und noch seltener cellobezogene Auskünfte. Sie könnten mir sehr weiterhelfen wenn Sie Ihre Erfahrungen mit ein paar Worten mit mir teilen würden.
Ich möchte mein Aufnahmegerät hauptsächlich für Folgendes gebrauchen:

  • während dem Üben – um mir selbst schnell Feedback geben zu können überwiegend
    für den Mitschnitt bei Solo- und Quartett-Auftritten (mehrere Celli)
  • um mehrere Stimmen nacheinander aufnehmen zu können wäre ein anschließendes Zusammenfügen direkt oder am Computer wünschenswert
  • In der engeren Auswahl liegen vor allem das Zoom H4N und der Tascam DR
    100.

Können Sie ein Gerät in der Preisklasse bis EUR bzw CHF 300 empfehlen?

Antwort:

Die Geräte der Firma Zoom (hier H4n) sind empfehlenswert.

Die Geräte der Firma Zoom (hier H4n) sind empfehlenswert.

Beim Üben nehme ich mich oft mit dem Smartphone auf. Ich lege es einfach auf den Notenständer und drücke auf den Record-Knopf. Zur raschen Kontrolle ist das gar nicht mal schlecht.
Der Zoom H4n ist ein gutes und für Ihre Verwendung geeignetes Gerät! Ich hatte ihn auch. Er kann mehr als man braucht und die Mikrofone sind sehr gut. Leider ging meiner nach ein paar Jahren aber kaputt und daher habe ich jetzt den Zoom H6. Der hat noch ein wenig bessere und grössere Mikrofone ist aber auch grösser und schwerer zum Mitnehmen. Alle Zoom-Geräte sind indes gut – auch die günstigeren Modelle liefern gute Aufnahmequalität.
Konzerte aufnehmen ist eine Erfahrungssache, da man je nach Raum und Akustik sowie je nach spielenden Instrumenten und Instrumenten-Aufstellung das Mikrofon anders aufstellen muss und die einzelnen Parameter anders wählen wird (Mikrofon-Position im Raum, Höhe des Stativs, Aufnahmewinkel (90 Grad oder 120 Grad – kann am H4n und am H6 eingestellt werden, an vielen anderen Geräten auch).
In jedem Falle ist ein gutes Stativ wichtig (ich habe eins von König & Meyer : http://produkte.k-m.de/de/product?info=453&x664ef=01165bebdc2ee4da2ebaa14b95d44008 ).
Mehrere Stimmen nacheinander aufnehmen und nachher am Computer zusammenfügen habe ich noch nie gemacht und damit kenne mich daher nicht aus.
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Q & A: Kevlar-Einhängesaite?

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Frage:

Ich wollte eine Kevlar-Einhängesaite in meinen Acusticus-Saitenhalter einführen, fürchte aber, dass die zwei Löcher des Saitenhalters zu klein dafür sind. Hatten Sie auch dieses Problem?

Antwort:

Zwar hatte ich mal eine Kevlar-Einhängesaite aber ich glaube mit einem anderen Saitenhalter. Jedenfalls würde ich das vom Geigenbauer machen lassen. Eine nicht zu unterschätzende Schwierigkeit ist nämlich, einen guten Knoten zu machen, damit einem nicht plötzlich im dümmsten Moment (z. B. mitten im Konzert) der Saitenhalter um die Ohren fliegt.

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Q & A: Welches Kolofonium benützt du?

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Frage:

Wollte mal anfragen mit welchen Kolophonium du spielst. Habe schon wirklich viel getestet aber leider noch nicht das Richtige gefunden:-( Vielleicht kannst du mir mit deiner Erfahrung weiterhelfen? Brauche mehr Grip ohne dass die Saiten verkleben. Wäre nett, wenn du dich melden könntest.

Antwort:

Ich benütze immer das Samuel Kolstein Kolofonium.
Man hört aber immer wieder Kollegen berichten, dass man nicht einfach so mal das Kolofonium wechseln soll, weil die verschiedenen Sorten dann eben an den Bogenhaaren verkleben können.
Daher solltest du mit dem Kolofoniumwechsel vielleicht warten, bis du das nächste mal den Bogen neu behaarst.
Wie du sicher weisst, sollte man die Saiten ausserdem täglich mit einem trockenen Lappen abwischen, da sonst mit der Zeit eine Kolofoniumschicht anklebt. Das ist für den Grip schlecht.