Zwei Bögen können sicher verstaut werden

Gebrauchter Cellokasten günstig abzugeben

Ich verkaufe diesen gebrauchten Cellokasten, weil ich einen zu viel habe und ihn nicht brauche. Bei meinem letzten Cellokauf wurde er mitgeliefert. Es handelt sich vermutlich um ein etwas älteres Modell, da er ein wenig schwerer ist als die leichtesten heutzutage verfügbaren. Daher würde sich dieser Koffer meiner Meinung nach vor allem für die Aufbewahrung eines geschätzten Cellos empfehlen. Wer aber stark genug ist oder immer mit dem Auto unterwegs ist, kann ihn sicherlich auch sehr gut im Alltag einsetzen.

  • Farbe: Olivengrün
  • Gute Qualität
  • Schöner, weicher Innenausbau mit noblem Stoff
  • Einfach bedienbare Halterungen für 2 Bögen
  • Internes, praktisches, verschliessbares Fach mit mehr als genug Platz für alles Zubehör (Saiten, Kolofonium, Bleistift, usw.)
  • Eignet sich für normale 4/4-Celli nach Stradivari (für Montagnana-Modelle ist der Innenraum nicht gross genug!)
  • Verschluss: ein starker Reissverschluss (zusätzlich hätte er eine Schnalle, die nicht mehr funktioniert, jedoch auch nicht notwendig ist)
  • normale Gebrauchspuren
  • 1 Tragegurt
  • Leergewicht: ca. 5kg

Der Koffer ist gebraucht aber in gutem Zustand und wird für günstige 195 SFr verkauft. First come, first serve! Melden Sie sich bei mir, wenn Sie Interesse haben.

Der Kasten befindet sich bei mir in der Nähe von Luzern und kann auf Anfrage besehen oder abgeholt werden. Bezahlung in bar. Bei Fragen stehe ich hier gerne zur Verfügung.

Fotos:

Wo habe ich meine Noten? (Photo by Charly Rappo)

Das perfekte Cello…

In meinem Leben habe ich bereits auf zahlreichen Instrumenten spielen dürfen. Fünf habe ich selber besessen, eines wurde mir für ein Jahr zur Verfügung gestellt und viele mehr habe ich ausprobiert. Es waren Celli in allen Preisklassen (9500 – 1’000’000 SFr) wobei ich die Instrumente im sechsstelligen Preisbereich nicht gekauft hatte, sondern sie mir längerfristig zur Verfügung gestellt wurden. Das Millionencello (ein Gofriller) habe ich nur beim Verkäufer ausprobiert.

Jedes einzelne dieser Instrumente hatte seine Stärken, aber eben auch seine Schwächen. Ich bin versucht zu schreiben, dass es das perfekte Cello gar nicht gibt, habe aber natürlich nicht alle Celli dieser Welt ausprobiert.

Was wäre denn überhaupt ein perfektes Cello? Meine Wunschliste ist wie folgt:

Das Cello…

  1. hat einen schönen Klang,
  2. eine schnelle und unkomplizierte Ansprache,
  3. einen grossen Klang und/oder eine durchsetzungsfähige/obertonreiche Klangfarbe (was nicht das gleiche ist),
  4. einen bezahlbaren Preis,
  5. ist in gutem Zustand
  6. sieht schön aus
  7. stammt von einem namhaften Geigenbauer
  8. ist finanziell gesehen eine gute Investition

Bislang ist mir kein Cello untergekommen, das alles konnte.

Gewisse Eigenschaften scheinen zudem im Widerspruch zueinander zu stehen. So hat ein lautes Cello oft nicht den allerschönsten Ton. Umgekehrt haben leisere Celli oft eine sehr schöne Klangqualität. Eine andere Eigenschaft, die man sich wünscht ist ein durchsetzungsfähiger Klang. So ein Klang ist aber normalerweise obertonreich, was manche Leute als “schrill” bezeichnen würden und somit nicht als schönen Klang.

Aber gehen wir doch nun meine Wunschliste der Reihe nach durch und ich gebe meine Meinung dazu.

  1. Schöner Klang: In der Tat ist ein schöner Klang eine sehr wünschenswerte Eigenschaft. Was gefällt ist wie bei allem Geschmacksache und individuell verschieden. Aber ich denke, dass die meisten Musiker einen warmen, weichen, runden und komplexen Klang schätzen. Auf der andere Seite ist ein solcher Klang meistens nicht sehr durchsetzungsfähig und trägt eher schlechter als ein heller Klang. Zudem macht der Musiker und nicht das Cello den Klang. Ich will damit sagen, dass ein Cellist jedem Cello seinen Stempel aufdrückt und im Endeffekt auf jedem Instrument gleich klingt. Die Unterschiede von einem Cello zum anderen sind wirklich minimal und wenn man so ein Experiment durchführt, so merkt man, dass ein Super-Cellist auf jedem Cello sein Klang-Ideal reproduziert, egal wie gut oder schlecht das Instrument ist. Es gibt indes aber Instrumente, die einem mehr entgegen kommen als andere und solche, auf denen man härter arbeiten muss, um seine Vorstellung zu verwirklichen. Und natürlich sind erstere zu bevorzugen. Schliesslich gibt es auch ein paar schlichtweg fürchterliche Celli, die man gar nicht spielen will. Aber selbst darauf würde ein guter Cellist in der Not erstaunlich schön spielen.
  2. eine unkomplizierte Ansprache: Für mich ist das eine der wenigen objektiv feststellbaren Eigenschaften. Es gibt Instrumente die beim Streichen mehr Nebengeräusche erzeugen als andere. Eine gute Ansprache ist etwas, worauf ich immer Wert lege, weil man einfach weniger Stress hat, wenn ein Ton zuverlässig frei von Nebengeräuschen erzeugt werden kann. Manchmal spielt hier auch der Bogen ein Rolle, nämlich wenn man neue Haare hat, welche noch nicht gleichmässig und richtig einkolofoniert sind, dann pfeift es mehr als üblich. Aber in der Regel ist das Cello der Hauptfaktor.
  3. einen grossen oder durchsetzungsfähigen Klang: Ich brauchte lange, bis ich realisierte, dass es nicht unbedingt das selbe ist. Natürlich wird ein Cello, das richtig laut ist, sich immer durchsetzen können und das ist auch eine tolle Eigenschaft, welche ein Cello haben kann! Aber wenn ein Cello auf dem Dezibel-Messgerät gemessen etwas leiser ist, so kann es sich vielleicht mit einem helleren, obertonreichen Klang retten, welcher im Saal gut trägt. Das ist dann vielleicht nicht immer der allerschönste Celloklang, aber manchmal geht es nur darum, dass man das Cello überhaupt hört. Nicht umsonst spielen viele Solisten mit einem belgischen Steg, welcher mehr Obertöne erzeugt und auch nicht umsonst spielt man wenn man laut sein muss nahe am Steg, wo mehr Obertöne erzeugt werden.
  4. Bezahlbarer Preis: Die Budgets sind von Person zu Person verschieden aber es gibt Celli, die nur noch Multimillionäre bezahlen können. Ich würde nie Schulden machen, um ein Cello zu kaufen. Man sollte einfach so lange suchen, bis man ein bezahlbares Cello findet, das einem gefällt. Warum: Es kann durchaus passieren, dass man nach ein paar Jahren ein Cello wieder verkaufen will. Wenn es dann einen exorbitant hohen Preis hat, so ist der Kreis potenzieller Käufer kleiner und es ist schwieriger abzustossen wohingegen ein bezahlbares und gutes Cello einfacher verkauft werden kann. Und zweitens kann man sich fragen, ob man diese hohen Preise tatsächlich unterstützen will. Es ist schon fragwürdig, dass die Preise immer weiter steigen weil sich Musiker in Schulden stürzen, welche sie dann über Jahrzehnte abstottern. Vielleicht steigen die Preise für namhafte Geigenbauer tatsächlich immer weiter aber man muss wissen, dass es auch Instrumente gibt, die bezahlbar sind und trotzdem exzellent sind.
  5. Der Zustand eines Instrumentes sollte gut sein. Natürlich kann man Stimmrisse sehr gut flicken aber so ein Cello ist immer schwieriger zu verkaufen, weil jeder Interessent (wahrscheinlich zu Recht) skeptisch ist. Auf der anderen Seite kann kein altes Cello mit dem Zustand eines neuen Instrumentes konkurrieren weil jedes ältere Exemplar hier und da ein paar Risse hat. Die Frage ist aber wo (nicht überall ist ein Riss gleich schlimm) und wie viele.
  6. Sieht schön aus: Ein optisch schönes Cello mit spektakulärem Holz und fantastischem Lack sowie schönen Formen usw. ist natürlich immer eine Freude. Aber in erster Linie muss es als Musikinstrument gut funktionieren (Klang, Ansprache, Zustand). Wenn es dann auch noch toll aussieht – umso besser.
  7. Namhafter Geigenbauer: Wer möchte nicht ein Cello von Stradivari, Gofriller, Montagnana, Vuillaume usw.? Leider rangieren diese Instrumente preislich zwischen extrem teuer bis unbezahlbar. Und auch wenn der Wert solcher Instrumente in Zukunft noch weiter steigt: Es gibt auch günstigere Instrumente, welche toll klingen und noch wichtiger: Es gibt bei den berühmten und extrem teuren Instrumenten auch solche, die nicht so toll sind. Der Wert dieser teuren Instrumente wird in erster Linie durch Angebot und Nachfrage bestimmt wobei nicht nur Musiker sondern auch Spekulanten mit viel Geld die Preise nach oben beeinflussen. Auf der anderen Seite sind diese Instrumente vor allem geschätzt, weil sie durch ihre schöne Bauweise Meilensteine im Geigenbau sind. Ob sie gut klingen und funktionieren muss man dann trotzdem im Einzelfall eruieren und es spielt bei der Preisansetzung eine sehr untergeordnete Rolle.
  8. Gute Investition: Ideal wäre es natürlich, wenn man ein Cello kauft und es zum Zeitpunkt der Pensionierung ein Mehrfaches wert ist. Aber irgendwo finde ich diese Entwicklung auch ein wenig ungesund. Aber natürlich ist sie unvermeidbar, weil ein paar sehr berühmte Geigenbauer (Stradivari und Co.) finanziell völlig ausser Reichweite sogar der bekanntesten Solisten gelangen und dadurch andere, etwas weniger bekannte Top-Geigenbauer entdeckt werden, welche dann auch wieder eines Tages sehr teuer werden. Wie schon gesagt finde ich, dass man einfach ein sehr gutes Instrument finden sollte, das man ohne Schulden bezahlen kann und von dem man denkt, dass man es eines Tages ohne Verlust verkaufen kann (der Kaufpreis also fair ist).

 

QA

Q & A: Welches Aufnahmegerät?

Ab und zu stellen mir Leser eine Frage von allgemeinem Interesse. Ich publiziere sie dann mit meiner Antwort anonymisiert unter der Rubrik Q & A (Question and Answer). Auch Sie können mir Ihre Frage stellen.

Frage:

Ich bin derzeit auf der Suche nach einem Aufnahmegerät und finde leider wenig Aussagekräftiges im Internet – selten Hörproben und noch seltener cellobezogene Auskünfte. Sie könnten mir sehr weiterhelfen wenn Sie Ihre Erfahrungen mit ein paar Worten mit mir teilen würden.
Ich möchte mein Aufnahmegerät hauptsächlich für Folgendes gebrauchen:

  • während dem Üben – um mir selbst schnell Feedback geben zu können überwiegend
    für den Mitschnitt bei Solo- und Quartett-Auftritten (mehrere Celli)
  • um mehrere Stimmen nacheinander aufnehmen zu können wäre ein anschließendes Zusammenfügen direkt oder am Computer wünschenswert
  • In der engeren Auswahl liegen vor allem das Zoom H4N und der Tascam DR
    100.

Können Sie ein Gerät in der Preisklasse bis EUR bzw CHF 300 empfehlen?

Antwort:

Die Geräte der Firma Zoom (hier H4n) sind empfehlenswert.

Die Geräte der Firma Zoom (hier H4n) sind empfehlenswert.

Beim Üben nehme ich mich oft mit dem Smartphone auf. Ich lege es einfach auf den Notenständer und drücke auf den Record-Knopf. Zur raschen Kontrolle ist das gar nicht mal schlecht.
Der Zoom H4n ist ein gutes und für Ihre Verwendung geeignetes Gerät! Ich hatte ihn auch. Er kann mehr als man braucht und die Mikrofone sind sehr gut. Leider ging meiner nach ein paar Jahren aber kaputt und daher habe ich jetzt den Zoom H6. Der hat noch ein wenig bessere und grössere Mikrofone ist aber auch grösser und schwerer zum Mitnehmen. Alle Zoom-Geräte sind indes gut – auch die günstigeren Modelle liefern gute Aufnahmequalität.
Konzerte aufnehmen ist eine Erfahrungssache, da man je nach Raum und Akustik sowie je nach spielenden Instrumenten und Instrumenten-Aufstellung das Mikrofon anders aufstellen muss und die einzelnen Parameter anders wählen wird (Mikrofon-Position im Raum, Höhe des Stativs, Aufnahmewinkel (90 Grad oder 120 Grad – kann am H4n und am H6 eingestellt werden, an vielen anderen Geräten auch).
In jedem Falle ist ein gutes Stativ wichtig (ich habe eins von König & Meyer : http://produkte.k-m.de/de/product?info=453&x664ef=01165bebdc2ee4da2ebaa14b95d44008 ).
Mehrere Stimmen nacheinander aufnehmen und nachher am Computer zusammenfügen habe ich noch nie gemacht und damit kenne mich daher nicht aus.
QA

Q & A: Welches Kolofonium benützt du?

Ab und zu stellen mir Leser eine Frage von allgemeinem Interesse. Ich publiziere sie dann mit meiner Antwort anonymisiert unter der Rubrik Q & A (Question and Answer). Auch Sie können mir Ihre Frage stellen.

Frage:

Wollte mal anfragen mit welchen Kolophonium du spielst. Habe schon wirklich viel getestet aber leider noch nicht das Richtige gefunden:-( Vielleicht kannst du mir mit deiner Erfahrung weiterhelfen? Brauche mehr Grip ohne dass die Saiten verkleben. Wäre nett, wenn du dich melden könntest.

Antwort:

Ich benütze immer das Samuel Kolstein Kolofonium.
Man hört aber immer wieder Kollegen berichten, dass man nicht einfach so mal das Kolofonium wechseln soll, weil die verschiedenen Sorten dann eben an den Bogenhaaren verkleben können.
Daher solltest du mit dem Kolofoniumwechsel vielleicht warten, bis du das nächste mal den Bogen neu behaarst.
Wie du sicher weisst, sollte man die Saiten ausserdem täglich mit einem trockenen Lappen abwischen, da sonst mit der Zeit eine Kolofoniumschicht anklebt. Das ist für den Grip schlecht.

Doping für Klang und Spielbarkeit: Ein neuer Saitensatz

Neue Saiten

Neue Saiten: Klanglich immer ein Plus…

…die Preise der guten Hersteller sind leider kein Klacks

…finanziell aber stets ein empfindliches Minus

Ein neuer, qualitativ hochwertiger Saitensatz ist nach ein paar Tagen Einspielzeit ein Segen, weil das Cello damit optimal klingt und in der Ansprache so unproblematisch ist, wie auf dem jeweiligen Cello möglich. Ein bisschen wie ein neues Auto seinen Wert jedoch bereits zu verlieren beginnt, wenn der stolze neue Besitzer den Schlüssel kriegt, verlieren auch neue Saiten ihren Klang und viele positive Eigenschaften nach dem Aufziehen, allerdings auf eine sehr allmähliche und kaum bemerkbare Art. So passiert es mir hin und wieder, dass ich nach einiger Zeit mich zu fragen beginne, was denn wohl mit dem Cello los ist, weil es nicht so schön rund und kräftig klingt wie sonst, die Ansprache weniger gut ist, und insbesondere die A-Saite eine unschöne metallische Klangfarbe abgibt. Die Antwort darauf ist oft, dass die Saiten abgespielt sind. Meistens wurstle ich noch ein paar Wochen weiter und hoffe, dass es besser wird. Aber normalerweise wird es schlechter und die unangenehmen Klangeigenschaften werden immer auffälliger.

Zwar weiss ich, dass es an den Saiten liegt, aber:

  • ein kompletter Saitensatz mit meinen Lieblingssaiten kostet auch bei den günstigsten Anbietern immer über 300 Franken
  • Saiten wechseln ist nicht meine Lieblingsbeschäftigung
  • und Saiten brauchen 1-2 Tage, bis sie die Stimmung halten und gewisse Saiten (meine bevorzugten tiefen) brauchen 2-3 Tage, bis sie richtig gut ansprechen und ihr volles Klangpotenzial entfalten.

Wie lange hält denn ein Saitensatz?

Je nachdem wie viel jemand spielt, können sich Saiten ziemlich schnell abnützen. Häufiges Umstimmen beim Üben von Stücken mit Skordaturen lassen die betroffenen Saiten noch schneller altern. Aber auch ohne ein Cello zu spielen, werden sich die Saiten abnützen, vermutlich, weil sie unter so starker Spannung stehen (meine A-Saite ist gemäss Herstellerangaben auf 18,5 kg angespannt, D-Saite auf 13,9 kg, G-Saite 14kg, C-Saite 13,5 kg – das sind ernst zu nehmende Kräfte). Ich kenne Solisten, die nach eigener Aussage vor jedem wichtigen Konzert neue Saiten aufziehen. Bei vielen Konzerten kommen die wohl auf vierzehntägliches Saitenwechseln. Am anderen Extrem der Skala gibt es Musiker, die ihre Saiten sozusagen nie wechseln und jahrelang mit den gleichen Saiten spielen. Ich selber wechsle den Saitensatz normalerweise alle drei Monate. Die A-Saite wechsle ich manchmal auch bereits nach 6 Wochen, weil sie unschön metallisch zu klingen beginnt und auch ansprachetechnisch lästig wird.

Im Normalfall bereut man einen Saitenwechsel nie

Wenn ich mich dann endlich dazu durchringe, die Saiten zu wechseln, so macht mir zwar weder die zu bezahlende Summe noch das Saitenwechseln Spass (im Gegenteil), doch die Tatsache, dass mein Cello plötzlich wieder um gefühlte 25 Prozent besser klingt und funktioniert, entschädigt dafür immer und wenn ich mich nicht an die absurd übertriebenen Preise erinnern würde, würde ich mich richtiggehend wundern, warum ich die Saiten nicht öfters wechsle.

Das Fazit ist für mich klar: Es ist die einfachste und zuverlässigste Methode, den Klang und die Spielbarkeit des Cellos zu verbessern.

Luftbefeuchter

Heizsaison, unsere Celli sind wieder in Gefahr

Wenn der Winter naht und die Heizungen eingeschaltet werden, trocknet die Luft in den Häusern automatisch aus. Für Streichinstrumente stellt dies eine Gefahr dar, weil das Holz, aus dem sie gefertigt sind, “arbeitet”. Es nimmt Feuchtigkeit auf oder gibt sie ab und schwillt dadurch leicht an oder schrumpft ein bisschen. Als Musiker merkt man dies vor allem daran, dass die Saiten im Winter tiefer über dem Griffbrett liegen als im Sommer, weil das ganze Instrument im Winter ein kleines bisschen zusammenschrumpft. Zwar sind gut gebaute Instrumente so zusammengeleimt, dass bei entstehenden Spannungen im Idealfall zuerst die Leimnähte nachgeben sollten. Dennoch passiert es hin und wieder, dass ein Instrument auch irgendwo mitten in der Decke reisst. Das ist in jedem Fall eine unangenehme Sache, im schlimmsten Fall auch eine Wertverminderung und die Reparaturen kosten Zeit und Geld.
Ideal ist eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60%. Werte, die während dem Winter in den beheizten Häusern deutlich unterschritten werden.

Um Schäden am Instrument zu vermeiden, gibt es folgende Möglichkeiten:

Im Instrumentenzimmer einen Luftbefeuchter einsetzen

Am besten hat man ein Gerät mit automatischem Hygrostat, so wird die Feuchtigkeit kontinuierlich gemessen und das Gerät schaltet sich je nach Bedarf ein oder aus. Zwar muss man einen Luftbefeuchter pflegen, aber das ist mir persönlich lieber, als Schäden am Cello zu riskieren. Luftbefeuchter pflegen bedeutet Wasser nachfüllen, das Gerät entkalken und es reinigen. Alles ein bisschen mühsam aber sehr wichtig, da er sonst nach spätestens einem Jahr kaputt ist, habe es selber erlebt. Bei sehr kalkhaltigem Wasser nimmt er vielleicht noch schneller Schaden. Es empfiehlt sich auch sehr, die Bedienungsanleitung zu lesen, weil dort drin steht, wie man das Gerät zu pflegen hat.
Ich stelle die Feuchtigkeit meistens auf 45%, das müsste reichen, denn tropische Feuchte will man auch nicht. Der Befeuchter sollte übrigens nicht direkt neben dem Cello stehen. Es genügt normalerweise, wenn er im selben Raum steht.

Das Cello nicht in sehr trockenen Räumen aufbewahren

In meinem Fall ist dies z. B. das Theater. Im Winter wird die Luft dort so trocken, dass es meiner Meinung nach ein grosses Risiko ist, das Cello dort zu lassen, selbst wenn es ab und zu praktisch wäre.

Dampit?

Dampit ist ein weiteres Hilfsmittel für den Winter. Man steckt ein mit Wasser vollgesaugtes, längliches Kunststoffteil in die F-Löcher. Wie wirkungsvoll es ist, weiss ich nicht. Ich benütze es nicht, kenne aber viele Kollegen, die darauf schwören. Die Gefahr beim Dampit ist ein Wasserschaden im Innern des Cellos, was mir persönlich eine Horrorvorstellung ist. Möglicherweise ist es aber für den vielreisenden Musiker die einzige Lösung. Luftbefeuchter gibt es mittlerweile aber auch in sehr kompakter Form (mit einer 0,5-Liter-Pet-Flasche), welche man durchaus auch auf Reisen mitnehmen könnte.

 

Tipps für die Cellosuche

Was macht ein gutes Cello aus? Tipps für die Cellosuche.

Grundsätzlich findet man ein gutes Cello nicht von heute auf morgen. Dies ist so, weil absolut jeder Cellist der Welt ein gutes Cello sucht und die wirklich exzellenten Celli rar sind. Normalerweise muss man deswegen lange suchen und sehr viele Instrumente ausprobieren. Es lohnt sich auch, ein interessantes Cello erfahrenen Kollegen zu zeigen und diese darauf spielen zu lassen. So kannst du ein interessantes Cello mit deren Instrumente vergleichen, was vor allem dann sinnvoll ist, wenn sie selber sehr gute Celli haben.

Einfache Ansprache

Ein gutes Cello hat eine schnelle und einfache Ansprache. Das bedeutet, dass beim Kontakt zwischen Bogenhaaren und Saite der gewünschte Ton sofort und ohne Nebengeräusche erklingt. Bei einer schlechten Ansprache entstehen Pfeiftöne, welche immer lästig sind und schönes Cellospielen ungemein erschweren. Für mich ist ein gutes Stück für Ansprachetests das Präludium der ersten Bach-Suite (G-Dur), weil es sehr viele Bogenwechsel und Saitenwechsel verlangt. Ich binde jeweils die ersten 3 Noten der Figur und spiele die folgenden dann hin und her. Ein gutes Cello “schafft” dieses Stück mit wenigen oder keinen unerwünschten Nebengeräuschen und Anspracheproblemen, bei einem weniger guten “pfeift” es oft.

Schöner Klang (auch auf den leeren Saiten)

Der Klang des Cellos muss gefallen. Wirklich gute Instrumente klingen schon beim Stimmen gut, weil sie erstens gut ansprechen und zweitens auch ohne Vibrato oder Tricks in der Bogenführung einen schönen Ton abgeben. Die Geschmäcker beim Klang sind verschieden, aber zu obertonreiche Cello können einem relativ bald verleiden und sind klanglich oft zu inflexibel. Eine gewisse Tiefe sollte in jedem Ton vorhanden sein.

Laut genug

Als Cellist muss man oft ein bisschen kämpfen, um gehört zu werden. Hat man aber noch ein speziell leises Instrument, so ist es doppelt schwierig. Daher ist es wichtig, ein Cello zu haben, welches auch laut ist. Hingegen ist es schade, wenn der laute Klang nicht auch schön ist (beides ist wichtig!).

Guter Zustand

Findet man ein Cello, welches super klingt, so sollte man es mehreren Geigenbauern zeigen und auch selber gründlich untersuchen. Normalerweise sollte man bei Stimmrissen (Rissen in der Decke und/oder dem Boden über dem Stimmstock ) sowie Bassbalkenrissen (Rissen in der Decke neben dem Bassbalken) stutzig werden und sich sehr genau überlegen, ob man so ein Cello wirklich kaufen will (ich rate ab). Auch sonst sollte ein Cello nicht zu viele Risse haben. So oder so müssen das mehrere Geigenbauer unabhängig voneinander anschauen. Auch sollte die Wölbung der Decke und des Bodens möglichst normal sein. Eine eingedrückte Decke (sieht man am besten bei den F-Löchern) ist einschlechtes Zeichen. Ausserdem sollte das Cello in allen Bestandteilen zusammengehörig sein. In jedem Fall haben Risse und sonstige Probleme einen wertvermindernden Einfluss. Auch das können unabhängige Geigenbauer am besten abschätzen.

Echtheit

Bei alten Instrumenten weiss man oft nicht, wer der Erbauer war. Das muss im Kaufpreis reflektiert sein. Die Etikette innen im Instrument ist übrigens kein Beweis für die Echtheit eines Cellos, weil sie sehr einfach gefälscht werden kann. Es gibt Experten in London, Paris, Basel, Zürich usw., welche ein Cello begutachten können und dann abschätzen können, was ein fairer Preis ist. Wenn ein Cello anonym ist, kann es trotzdem interessant sein, sofern der Preis entsprechend angepasst wurde.

Preis passt ins eigene Budget

Zwar kann ein Cello für eine Million fantastisch klingen (oder auch nicht, kein Scherz), aber letztendlich muss man es bezahlen können. Bereits mehrere hunderttausend Franken sind für Musiker Beträge, an denen man dann je nachdem jahrzehntelang kauen muss. Solche Schulden halte ich nicht für empfehlenswert. Man sollte sich ein realistisches Budget zurechtlegen und es dann halten wie im Militär: SBG – Suchen bis gefunden! Auch wenn es Jahre dauert. Man wird es nicht bereuen, wenn man dann endlich fündig geworden ist. Vor dem Kauf sollte man ein Cello so oder so möglichst lange ausprobieren und sich nicht zum Kauf drängen lassen denn kaufen ist viel schneller gemacht als verkaufen, wenn dir das Cello eines Tages nicht mehr zusagt.

Tipps für eine gesunde Körperhaltung beim Cellospielen

Die Wirbelsäule nützt sich unweigerlich ab. Mit Fehlhaltungen jedoch noch viel schneller. Das einzige Gute daran: Je älter man wird, desto schneller kann man Fehlhaltungen bemerken, weil man nicht mehr eine so ausdauernde und belastbare Wirbelsäule hat wie anno dazumals. Will heissen: Gute und schlechte Haltungen lassen sich nach ein paar Stunden üben recht klar von einander trennen, weil die gute Haltung schmerzfreies Weiterspielen erlaubt und die schlechte irgendwann in die Wirbel fährt. So ist es jedenfalls bei mir.

Grundsätzlich soll man beim Cellospielen bequem sitzen. Das heisst, dass erstens der Stuhl die richtige Höhe haben muss, was je nach Körpergrösse und individueller Beinlänge anders ist. Zweitens sollte man dann mit angenehmer, von vorne oder von hinten gesehen symmetrischer Körperhaltung darauf sitzen. Ein Cellolehrer von mir meinte immer, dass man zuerst mal ohne Cello auf den Stuhl sitzen sollte als ob man fernsehen würde. Er meinte damit nicht eine Couchpotato-Haltung sondern eher ein bequemes, aufrechtes, symmetrisches Sitzen. Erst dann kommt das Cello dazu, ohne dass man die ursrpüngliche Haltung ändern müsste. Ich habe mir übrigens einen guten Orchesterstuhl gekauft. Jedoch sollte man da nicht blind kaufen, da die Stuhlbeinlänge eine grosse Rolle spielt. Probesitzen ist zu empfehlen. Ich konnte das im Orchester gut tun, da dort in den verschiedenen Spielstätten und Probelokalen unterschiedliche Modelle zum Einsatz kommen. Beim Cellospielen sitze ich nicht auf der Stuhlkante, wie das einige Musikkritiker gerne beobachten würden, sondern bequem hinten auf der Sitzfläche, um so die Rückenlehne nutzen zu können. Bei den tausenden von Stunden, welche ich jährlich hinter dem Cello sitze, bin ich so wohler.

Will man selber am Cello eine gute Haltung erreichen (und jeder Cellist sollte das tun), so empfiehlt es sich, vor einem grossen Spiegel zu üben oder -fast noch besser- sich mit einer auf einem Stativ montierten Videokamera von vorne, von der Seite und von hinten beim Spielen aufzuzeichen.

Eine abschliessende Bemerkung, bevor wir hier ein paar typische Fehlhaltungen untersuchen: Lass dich nicht vom Solisten Soundso beeindrucken, weil er irgendwie völlig geknickt und gebückt auf seinem Cello rumsäbelt. Nur weil er das macht ist es noch lange nicht gesund und es ist übrigens wirklich bemerkenswert, wieviele junge Solisten ungesunde Haltungen haben. Längst nicht alle aber wie gesagt: Lieber auf den eigenen gesunden Menschenverstand vertrauen als blind einen berühmten Musiker nachzuahmen.

Wenn der Stachel lange genug ist, sind die Wirbel höher. Dadurch hat man mehr Platz für den Nacken. Auch ist das Cello flacher, was noch mehr Platz für den Nacken schafft. Das positive Resultat: Man kann den Rücken und den Nacken gerade halten, was für die Gesundheit des Rückens wichtig ist.

Gute Haltung: Wenn der Stachel lange genug ist, sind die Schnecke des Cellos und vor allem die Wirbel zum Stimmen höher. Dadurch hat man mehr Platz für den Nacken. Auch ist das Cello flacher, was noch mehr Platz für den Nacken schafft. Das positive Resultat: Man kann aufrecht sitzen und den Nacken gerade halten, was für die Gesundheit der Wirbelsäule wichtig ist.

Ist der Stachel zu kurz, so wird das Cello steiler und sitzt tiefer, was zu Folge hat, dass einem die Wirbel im Nacken sitzen und man keinen Platz für eine aufrechte Haltung hat.

Schlechte Haltung: Ist der Stachel zu kurz, so wird das Cello steiler und sitzt tiefer, was zu Folge hat, dass einem die Wirbel im Nacken sitzen und man keinen Platz für den Kopf und somit für eine aufrechte Haltung hat.

Der Notenständer hat eine gute Höhe, was problemloses Lesen ohne ungesundes Vorbeugen des Rückens ermöglicht. Die Stachellänge ist auch gut, deswegen hat der Cellist auch Platz für seinen Kopf weswegen der Nacken gerade ist, was auch zur gesunden Haltung in diesem Bild beiträgt.

Gute Haltung: Der Notenständer hat eine gute Höhe, was problemloses Lesen ohne ungesundes Vorbeugen des Rückens ermöglicht. Die Stachellänge ist auch gut, deswegen hat der Cellist auch Platz für seinen Kopf weswegen der Nacken gerade ist, was auch zur gesunden Haltung in diesem Bild beiträgt.

Seitlich schlecht2

Schlechte Haltung: Die Stachellänge wäre an sich gut, aber der Notenständer ist tief und vermutlich bräuchte der Cellist auf dem Bild auch eine Brille. Jedenfalls nähert er sich mit dem Kopf dem Notenständer um besser lesen zu können. In der Folge ist seine Haltung ungesund. Der Cellist sollte möglichst aufrecht sitzen und nicht gebückt wie hier gezeigt.

Gute Haltung: Der Cellist sitzt gerade und das Cello ist leicht zur Seite geneigt. So sollte es sein, denn dadurch hat der Kopf Platz neben den Wirbeln, ohne dass man von einer gesunden Haltung abweichen müsste.

Gute Haltung: Der Cellist sitzt gerade und das Cello ist leicht zur Seite geneigt. So sollte es sein, denn dadurch hat der Kopf Platz neben den Wirbeln, ohne dass man eine ungesunde (schiefe) Haltung einnehmen müsste.

Schlechte Haltung: Das Cello ist hier gerade und der Cellist schief. Das ist genau verkehrt, denn für den Rücken ist das nicht gut wohingegen es dem Cello nichts macht, stundenlang schief zu stehen.

Schlechte Haltung: Das Cello ist hier gerade und der Cellist schief. Das ist genau verkehrt, denn für den Rücken ist das nicht gut wohingegen es dem Cello nichts machen würde, stundenlang schief zu stehen.

Schlechte Haltung: Der Cellist im Bild versucht lauter zu spielen, indem er den Ellbogen und gar die ganze Schulter beim Drücken anhebt. Dadurch kommt die Wirbelsäule in eine ungesunde Schieflache. Man muss lernen, Kraft anzuwenden, ohne dass die ganze Haltung aus dem Lot kommt.

Schlechte Haltung: Der Cellist im Bild versucht lauter zu spielen, indem er den Ellbogen und gar die ganze Schulter beim Drücken anhebt. Dadurch kommt die Wirbelsäule in eine ungesunde Schieflache. Man muss lernen, Kraft anzuwenden, ohne dass die ganze Haltung aus dem Lot kommt.

Gute Haltung: Dieser Cellist sitzt gerade und hat auch beide Schultern in einer gesunden horizontalen Lage.

Gute Haltung: Dieser Cellist sitzt gerade und hat auch beide Schultern in einer gesunden horizontalen Lage. Richtigerweise hat er das Cello ein bisschen zur Seite geneigt, was im dabei hilft, selber gerade zu sitzen.

Schlechte Haltung: Dieser Cellist hat das Cello gerade und den eigenen Oberkörper schief. Das ist nicht gut für den Rücken. Genau umgekehrt muss man es machen: Das Cello schief und den Rücken gerade.

Schlechte Haltung: Dieser Cellist hat das Cello gerade und den eigenen Oberkörper schief. Das ist nicht gut für den Rücken. Genau umgekehrt muss man es machen: Das Cello schief und den Rücken gerade.

Schlechte Haltung: Schulter und Ellbogen sind zu hoch, dadurch gelangt die Wirbelsäule in eine ungesunde Schieflache.

Schlechte Haltung: Schulter und Ellbogen sind zu hoch, dadurch gelangt die Wirbelsäule in eine ungesunde Schieflache.

 

So haben Cellisten keine Probleme mit den Nachbaren

Der so genannte Hoteldämpfer

Der so genannte Hoteldämpfer

Wenn man nicht über den Luxus eines schallisolierten Übestudios im Keller verfügt oder die Nachbaren nicht zufälligerweise taub sind, so gibt es aus meiner Sicht ein paar Tricks und Strategien, mit denen man als Musiker die Nerven der Nachbaren schonen kann.

1. Wohnungen an “ruhiger Lage” ignorieren

Zwar kann man in vielen Städten froh sein, wenn man überhaupt eine Wohnung findet. Da ich aber überzeugt bin, dass Wohnhäuser in der Nähe einer vielbefahrenen Eisenbahnstrecke oder Strasse etwas lärmtolerantere Bewohner haben, kann man Inserate, in welchen “ruhige Lage” steht, oft schon zum Vornherein ignorieren.

2. Riesige Wohnblöcke meiden

In 15-stöckigen Wohnblöcken hat man meistens einfach zu viele Nachbaren links, rechts, unten und oben, sodass fast immer jemand von denen zu Hause ist und sich am Üben stören könnte. Darüber hinaus sind solche Häuser oft nicht besonders gut isoliert.

Gut ist, wenn man im Haus entweder zu oberst oder zu unterst wohnt, weil dann wenigstens in einer Richtung keine Nachbaren gestört werden (je weniger Nachbaren desto besser).

3. Einen guten Kontakt zu den Nachbaren pflegen

Wenn ich eine Wohnung beziehe, dann klingele ich in den nächsten Tagen bei den Nachbaren, und stelle mich vor. Man sollte freundlich sein und sagen, dass man Musiker ist sowie fragen, ob es in Ordnung ist, wenn man zu Bürozeiten Cello übt. Man kann sagen, dass das zwar nicht leise ist, aber ja doch keine Trompete. Falls sich die Nachbaren gestört fühlen sollten, so möchten sie sich bitte bei einem melden. Das ist wichtig, weil es unangenehm ist, wenn sie sich sofort bei der Vermietung beschweren.

In der Folge sollte man stets ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis anstreben und immer freundlich sein und – wenn man mal besonders viel und laut geübt hat – fragen, ob man ihre Nerven nicht allzusehr strapaziert hat. Wenn die Nachbaren einen gut leiden können, dann verzeihen sie einem eher, dass man halt “leider” Musiker ist, Lärm macht und keinen “anständigen” Beruf gelernt hat.

4. Einen Hoteldämpfer (siehe Bild oben) benützen und sehr leise üben

Man muss nicht immer mit dem vollen Solistenklang üben. Das ist zwar auch wichtig, aber für die Nachbaren kann das der Horror sein. Besonders wenn man merkt, dass die Nachbaren zu Hause sind, oder spätabends sowie zu Essenszeiten sollte man nur mit Hoteldämpfer üben. Ich selber übe sehr oft mit Hoteldämpfer und dazu noch mit ganz wenig Bogendruck auf dem Griffbrett oder ganz leise ponticello (auf dem Steg). Bislang hat sich Gott sei Dank noch kein Nachbar beschwert, obschon ich oft bis um Mitternacht so übe. Unter der Woche und zu Bürozeiten spiele ich auch recht oft mit richtigem “Konzertklang”.

5. Das geeignete Zimmer auswählen

Ich übe normalerweise in einem Zimmer, welches wenigstens horizontal keine Nachbaren stören kann, weil noch andere Zimmer sowie ein Treppenhaus zur nächtsgelegenen Wohnung auf dem gleichen Stockwerk dazwischenliegen.

6. Nach Möglichkeit auch im Konzerthaus/Theater/in der Musikschule üben

Oft übe ich vor oder nach einem Orchesterdienst noch im Theater oder in einem Stimmzimmer des KKLs. Dort kann man richtig loslegen und kann sich dann zu Hause reinen Gewissens schonen, weil man den Konzertklang bereits gepflegt hat. Da ich recht viel übe, haben so meine Nachbaren wenigstens nicht die volle Ladung meines Übepensums.

7. Nicht (zu viele) Kammermusikproben zu Hause machen

Ein Cello ist bereits recht laut, wenn dann noch regelmässig ein Streichquartett zu Hause probiert und das während jeweils drei Stunden, so kann das je nach Nachbar zu viel sein.

8. Tolerant sein, wenn die Nachbaren feiern

Als ich meinen Nachbarn mal gefragt habe, ob ihn meine Überei störe, meinte er: Nein, aber wenn er halt ab und zu Party mache, hoffe er, dass das dann auch ok sei. Nun, ich freue mich geradezu, wenn der Nachbar mal Party macht und mit seinen Freunden die Nacht zu Hause durchzecht und laut Musik hört. Es wäre absurd, wenn mich das stören würde, da ich bekanntlich selber genug Lärm mache.

9. Sich an die Regeln halten

Weil man nicht noch anderweitig negativ auffallen möchte, sollte man sich als Musiker ganz besonders an die im Haus geltenden Regeln halten. Ich denke da etwa an Waschordnung, Abfallreglement aber auch an evtl. festgelegte Musizierzeiten. Wenn es da heisst von 8-12 und von 14-20 dann ist das  schon wichtig. (Allenfalls kann man mit den Tipps in Punkt 4 Abhilfe schaffen.)

10. Übezimmer möblieren und mit Teppich(en) ausstatten

Ein leeres oder fast leeres Zimmer hat viel zu viel Hall. Der addiert sich dann immer dazu, wenn man spielt und erhöht den Schallpegel unnötigerweise. Mit Teppichen und Möbeln schafft man Abhilfe. Es ist auch gut für die Pflege des eigenen Celloklanges, wenn die Akustik “trocken” ist. Auch kann einen eine trockene Akustik in einem Konzertsaal dann nicht mehr aus dem Konzept bringen, weil man das gewöhnt ist.

Sollte man immer mitführen

9 Dinge, die in jeden Cellokasten gehören

Sollte man immer mitführen

Sollte man immer mitführen

Jeder sollte danach streben, für alle Fälle gut ausgerüstet zu sein, da es einem das angenehme Gefühl gibt, dass nichts schiefgehen kann.

Das Problem ist oft der sehr begrenzte Platz, den man zur Verfügung hat. Auch möchte man auf die Ausrüstung im richtigen Moment ohne Umstände zugreifen können.

Als Lösung empfehle ich daher das Fiedler Tragesystem, welches das Anbringen einer Notentasche an der Rückseite des Cellokoffers erlaubt. So hat man zusätzlichen Platz fürs Mitbringen einiger sehr nützlicher Dinge, welche einem das Leben als Musiker erleichtern und vor allem muss man für meist unterwegs im Zug benötigte Sachen nicht zuerst umständlich den Koffer öffnen, um im Innenraum etwas hervorzukramen. Ich unterteile diese kurze Liste daher in Ausrüstung, welche im Koffer drin gut untergebracht ist und andere, welche am besten ausserhalb versorgt wird, damit man immer schnellen Zugriff hat.

 

Innerhalb des Cellokastens immer dabei:

1. Kolofonium

2. kompakter Bodenschutz (Veranstalter schätzen es nicht, wenn man schöne Parkette verkratzt)

3. Ersatzsaiten (von jeder Saite min. eine, auch gebrauchte, da diese im Ernstfall sofort die Intonation halten)

4. Ersatzbogen

5. Reinigungstuch

 

Im “Bleistiftabteil” der Notentasche an der Rückseite des Koffers immer dabei:

6. Bleistifte mit Radiergummi (braucht man in jeder Probe und bei jeder Übe-Session)

7. kleiner Bleistiftspitzer (immer praktisch)

8. Nagelknipser (und keine Nagelschere, da sie bei Flugreisen immer sofort konfisziert wird)

9. Klebestreifen (wenn man lose Kopien spielbereit machen will)