Live-Video: Schubert Arpeggione-Sonate

Durchaus ist das Cello-Repertoire an Meisterwerken nicht arm, und dennoch ist Schuberts Arpeggione-Sonate eine wahre Perle in der Notenbibliothek eines jeden Cellisten. Wie bei Schubert üblich hat das Werk trotz musikalisch leichten, beschwingten und gar volkstümlichen Elementen auf der einen Seite, tiefschürfendste und schönste Melodien und raffinierteste Harmonien als Kontrast.

Als eines der technisch anspruchsvollsten und heikelsten Stücke im Cello-Repertoire hat die Arpeggione-Sonate sich als Prüfstein für jeden Cellovirtuosen etabliert. Die Schwierigkeit rührt nicht zuletzt daher, dass das Werk original nicht für Cello sondern für ein Instrument namens Arpeggione komponiert wurde, welches heutzutage kaum noch im Gebrauch ist. Was auf einem Arpeggione wohl recht gut spielbar war, ist auf dem Cello eine echte Herausforderung. In der Gegenwart wird das Stück nun auf allen möglichen Instrumenten gespielt: Bratsche, Kontrabass, Flöte, Oboe und andere mehr. Aber meiner Meinung nach klingt es auf dem Cello am schönsten und ausserdem kann man nur auf dem Cello die original von Schubert vorgesehenen Tonhöhen weitestgehend respektieren, da andere Instrumente in der Regel entweder in der Höhe oder in der Tiefe begrenzt sind und dann behelfsmässige Oktavsprünge machen müssen, um das Stück spielbar zu machen.

Das Video ist eine Live-Aufnahme vom Konzert des 6.11.2016 im Rahmen der “Fêtes Musicales” in Bulle. Am Klavier spielt mein langjähriger Kammermusik-Partner Riccardo Bovino.

Schumann und Martinu in Fribourg

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Bohuslav Martinu (1890 – 1959)

Am Freitag, dem 8.1.2016 um 12h15 spiele ich in Fribourg im Lunch-Konzert des “Centre le Phénix” zusammen mit dem Pianisten Jean-Claude Charrez ein kurzes aber interessantes Konzert: Wir beginnen mit Robert Schumanns “Adagio und Allegro” und spielen als zweites Stück Bohuslav Martinus “Rossini-Variationen”.

Die beiden Komponisten könnten unterschiedlicher kaum sein: Schumann, das Genie der Romantik und Martinu, der eklektische Komponist aus dem 20. Jahrhundert, der vom Jazz genauso beeinflusst zu sein scheint wie von der gesamten klassischen Musik. Das Schumann-Stück wollte ich schon seit langem mal in einem Konzert spielen, weil vor allem der unfassbar schöne Adagio-Teil zu Beginn vermutlich mit etwas vom Genialsten ist, was dieser Mann je komponiert hat. Der darauffolgende Allegro-Teil ist packend und schwungvoll, wenn auch leicht repetitiv. Original wurde das Stück fürs Horn komponiert weswegen es in der für Cello unbequemen Tonart As-Dur geschrieben ist, was bei Schumann einer doppelten Strafe gleichkommt, weil seine Stücke so oder so unbequem genug zu spielen sind.

Auch die Rossini-Variationen von Martinu wollte ich seit langem lernen. Sie haben mir schon immer gefallen – insbesondere wegen der schönen langsamen Variation, welche inmitten dieses quirligen und virtuosen Werks eine wunderbare Ruhe ausstrahlt.

Ich freue mich sehr auf das Konzert und noch mehr, wenn Sie dabei sind!