{"id":1133,"date":"2014-04-28T10:33:56","date_gmt":"2014-04-28T08:33:56","guid":{"rendered":"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/?p=1133"},"modified":"2014-04-28T17:35:47","modified_gmt":"2014-04-28T15:35:47","slug":"konzertvorschau-die-5-bach-suite-in-fribourg-eine-kleine-matthauspassion-fur-solo-cello","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/konzertvorschau-die-5-bach-suite-in-fribourg-eine-kleine-matthauspassion-fur-solo-cello\/","title":{"rendered":"Konzertvorschau: Die 5. Bach-Suite in Fribourg &#8211; eine kleine Matth\u00e4uspassion f\u00fcr Solo-Cello"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_1135\" aria-describedby=\"caption-attachment-1135\" style=\"width: 645px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/johann-sebastian-bach-4e33e4b36a6fe.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-1135 \" src=\"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/johann-sebastian-bach-4e33e4b36a6fe-940x528.jpg\" alt=\"Das Genie Bach an der Orgel: Auch wenn er f\u00fcr Solo-Cello komponierte, dachte er durchwegs mehrstimmig.\" width=\"645\" height=\"362\" srcset=\"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/johann-sebastian-bach-4e33e4b36a6fe-940x528.jpg 940w, https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/johann-sebastian-bach-4e33e4b36a6fe-416x234.jpg 416w, https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/johann-sebastian-bach-4e33e4b36a6fe-580x326.jpg 580w, https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/johann-sebastian-bach-4e33e4b36a6fe-695x390.jpg 695w, https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/johann-sebastian-bach-4e33e4b36a6fe.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 645px) 100vw, 645px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1135\" class=\"wp-caption-text\">Das Genie Bach an der Orgel: Auch wenn er f\u00fcr Solo-Cello komponierte, dachte er durchwegs mehrstimmig.<\/figcaption><\/figure>\n<h5>Freitag, 23.5.2014, Lunchkonzert 12h15-12h45, Fribourg, <a href=\"http:\/\/www.centrelephenix.com\/centre_le_phenix\/home.html\">Centre le Ph\u00e9nix<\/a> (Rue des Alpes 7). Kollekte.<br \/>\nBach, Suite Nr. 5 in c-moll f\u00fcr Cello solo BWV 1011<br \/>\nSebastian Diezig, Cello<\/h5>\n<p>Die 5. Cellosuite spricht mich an\u00a0wie nur wenige andere Kompositionen, weil in Ausdruck, Ambiance und Gestaltung ein Ausmass erreicht wird, das mich an Bachs ph\u00e4nomenale Matth\u00e4uspassion erinnert. Es fasziniert, mit nur einem Cello in diese Sph\u00e4ren vorzustossen. Durch die solistische Besetzung und die Dauer von nur 25 Minuten ist die 5. Suite im Vergleich zur mit zwei Orchestern plus Continuogruppe und 2 Ch\u00f6ren opulent besetzten und mit fast drei Stunden Dauer operatisch langen Matth\u00e4uspassion r\u00e4umlich und zeitlich eine richtige Kompaktversion. Viele weitere Feinheiten machen die Cellosuite noch mehr zu einer ganz speziellen, so etwa die Fuge nach der Einleitung, welche die einzige in den sechs Cellosuiten ist und \u00fcbrigens auch eine der sehr seltenen Solo-Cello-Fugen der Literatur \u00fcberhaupt. Auch alle anderen S\u00e4tze dieses Solo-Werkes sind in ihrem Charakter so durchwegs dunkel, definiert, \u00fcberzeugend und faszinierend, dass man jeden einzelnen Satz hier erw\u00e4hnen m\u00fcsste, stellvertretend sei bloss die Sarabande genannt, welche in ganz aparter Weise Harmonien aufbaut und verwirft.<\/p>\n<p><strong>Skordatur oder Normalstimmung?<\/strong><\/p>\n<p>Ob man die Suite in Normalstimmung spielt oder wie von Bach vorgesehen mit auf G runtergestimmter A-Saite (einer so genannten Skordatur), ist eine Frage, die sich jeder Cellist stellt. Vereinfacht gesagt sorgt die Normalstimmung f\u00fcr Schwierigkeiten in der linken Hand, weil die Akkorde nicht daf\u00fcr gedacht sind. Die Skordatur wiederum stellte dem Cellistenhirn Probleme, weil die T\u00f6ne nicht da sind, wo man seit 25 Jahren gewohnt ist, sie zu greifen. Doch selbst wenn zum Teil grosse Solisten der Normalstimmung den Vorzug geben, so ist es f\u00fcr mich trotzdem ein &#8220;No-Brainer&#8221;, die Skordatur zu w\u00e4hlen. Anf\u00e4nglich durchaus m\u00fchsam, so finde ich doch, dass nur so die Akkorde die richtige Resonanz kriegen, zumal einerseits alle von Bach geschriebenen T\u00f6ne gespielt werden k\u00f6nnen (in Normalstimmung muss man bei etlichen Akkorden schummeln) und zum anderen das Cello mit dieser Skordatur viel sch\u00f6ner klingt. Dies nicht zuletzt aus dem Grund, dass die dazugewonnene zweite G-Saite ein nat\u00fcrlicher Bestandteil des c-moll-Universums ist und daher immer wieder aus Sympathie mitschwingt, w\u00e4hrend eine A-Saite in c-Moll viel weniger Sinn macht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Freitag, 23.5.2014, Lunchkonzert 12h15-12h45, Fribourg, Centre le Ph\u00e9nix (Rue des Alpes 7). Kollekte. 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