{"id":170,"date":"2012-09-23T18:04:02","date_gmt":"2012-09-23T16:04:02","guid":{"rendered":"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/?p=170"},"modified":"2015-06-06T20:15:48","modified_gmt":"2015-06-06T18:15:48","slug":"der-echte-profi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/der-echte-profi\/","title":{"rendered":"Der echte Profi"},"content":{"rendered":"<p>Ab und zu arbeite ich mit Musikstudenten zusammen. Oft stelle ich dabei fest, dass der Unterschied zwischen einem erfahrenen Profi und einem angehenden Berufsmusiker nicht nur beim musikalischen Niveau liegt, sondern vor allem in der Professionalit\u00e4t. Jeder, der es als Musiker schaffen will &#8211; auch in nicht-klassischen Musikrichtungen &#8211; muss nebst einem Topniveau auf dem Instrument die im folgenden beschriebenen Tugenden meistern.<\/p>\n<p><strong>P\u00fcnktlich sein heisst: min. 15min zu fr\u00fch sein:<\/strong>\u00a0Als Musiker ist P\u00fcnktlichkeit eine Top-Priorit\u00e4t. Und p\u00fcnktlich sein heisst nicht, dass man um 9h aufkreuzt, wenn die Probe auf 9h angesetzt ist. Nein: Man muss bereits 15min fr\u00fcher dort sein, sich einrichten, das Instrument stimmen, sich einspielen usw., so dass der Dirigent oder die Mitmusiker um 9h mit der Probe loslegen k\u00f6nnen. Definitiv inakzeptabel ist es, erst um 9h05 in die Probe zu kommen, weil der Zug um 9h im Bahnhof eintrifft. Oft muss man deswegen in den sauren Apfel beissen und eine halbe Stunde zu fr\u00fch sein, weil der n\u00e4chste Zug zu sp\u00e4t ist. Bei Konzerten sollte man dar\u00fcber hinaus zus\u00e4tzliche Pufferzeit einrechnen, da ein Zugausfall oder Versp\u00e4tungen sehr unangenehme Folgen haben k\u00f6nnen. Im Orchester werden Versp\u00e4tungen \u00fcbrigens nicht toleriert. Ist man innerhalb von 2 Spielzeiten einmal zu sp\u00e4t, so gibt es ein Vermerk im Dienstplan. Beim zweiten Mal muss man aufs B\u00fcro. Beim dritten Mal&#8230;will ich lieber nicht wissen, was passiert.<\/p>\n<p><strong>Vorbereitet:<\/strong>\u00a0Ein Ensemble ist immer nur so gut wie das schw\u00e4chste Mitglied. Nat\u00fcrlich gibt es Leute, die supergut blattlesen. Aber so ganz reicht es normalerweise nie. Gewisse St\u00fccke kann man vom Blatt passabel spielen. Andere nicht. Und passabel ist nicht gut. Aus Respekt vor den Kollegen und aus R\u00fccksicht auf den eigenen Ruf, sollte man sich immer zu Hause auf eine Probe vorbereiten. D. h. nebst dem \u00dcben etwa auch Noten kleben, falls es lose Kopien sind.<\/p>\n<p><strong>Ausger\u00fcstet:<\/strong>\u00a0Wer in eine Probe ohne Bleistift und Radiergummi kommt, hat einen sehr schweren Stand. Es geht den Kollegen auf die Nerven, wenn man immer um ein Schreibzeug bitten muss. Und zur Not einen Kugelschreiben zu verwenden ist fast genauso schlecht, da man oft mit Leihmaterial arbeitet und dort alle Eintragungen eines Tages wieder raus m\u00fcssen. Abgesehen davon sollte man die M\u00f6glichkeit haben, Eintragungen schnell zu \u00e4ndern, falls es neue Anweisungen gibt. Auch sollte man einen Notenst\u00e4nder dabei haben, wenn man das Gef\u00fchl hat, dass es n\u00f6tig sein k\u00f6nnte (gute\u00a0Alu-Notenpulte\u00a0wiegen nur 600 Gramm). Bodenschutz ist oft auch sinnvoll.<\/p>\n<p><strong>Keine All\u00fcren:<\/strong>\u00a0Egal wie gut du bist und was du \u00fcber ber\u00fchmte Musiker geh\u00f6rt hast: Star-All\u00fcren werden deiner Karriere schaden. Sei freundlich mit allen, sei flexibel, hilfsbereit und nicht zu anspruchsvoll<strong>.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Zuverl\u00e4ssig:<\/strong>\u00a0Sorge daf\u00fcr, dass du m\u00f6glichst bereits in der ersten Probe fehlerfrei spielst und andernfalls in der zweiten Probe allf\u00e4llige Schw\u00e4chen ausgemerzt hast. Die Musikerkollegen und Dirigenten sch\u00e4tzen Musiker, auf die man z\u00e4hlen kann, weil sie immer richtig einsetzen, immer sauber spielen und rhythmisch immer einwandfrei sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ab und zu arbeite ich mit Musikstudenten zusammen. Oft stelle ich dabei fest, dass der Unterschied zwischen einem erfahrenen Profi und einem angehenden Berufsmusiker nicht nur beim musikalischen Niveau liegt, sondern vor allem in der Professionalit\u00e4t. 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