{"id":178,"date":"2013-02-11T18:07:48","date_gmt":"2013-02-11T16:07:48","guid":{"rendered":"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/?p=178"},"modified":"2014-07-26T20:07:31","modified_gmt":"2014-07-26T18:07:31","slug":"die-zukunft-des-cellos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/die-zukunft-des-cellos\/","title":{"rendered":"Die Zukunft des Cellos"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/celli.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-300\" src=\"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/celli.jpeg\" alt=\"celli\" width=\"639\" height=\"351\" srcset=\"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/celli.jpeg 639w, https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/celli-416x229.jpeg 416w, https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/celli-300x164.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 100vw, 639px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Die Vergangenheit: Bach erhebt das Cello zum Solo-Instrument<\/strong><\/p>\n<p>Der erste Komponist, der das Potenzial des Cellos erkannt hatte, war kein geringerer als Johann-Sebastian Bach. Vor er mit seinen 6 Suiten f\u00fcr Solocello den Eckpfeiler im Repertoire eines jeden Cellisten setzte, waren Cellisten vor allem mit &#8220;Schrumm-Schrumm-Schrumm-Basslinien&#8221; besch\u00e4ftigt (oder &#8220;Bum-Bum-Bum&#8221;, je nachdem). Mit solistischen Aufgaben wurde vor Bach kein Cellist betraut.<\/p>\n<p><strong>Die Gegenwart: Klavier ist Nr. 1, Geige ist Nr. 2, Cello ist Nr. 3<\/strong><\/p>\n<p>In der Folge schrieben weitere namhafte Komponisten wie Vivaldi, Boccherini und Haydn Werke f\u00fcrs Cello, insbesondere Konzerte f\u00fcr Cello und Orchester. In der Klassik wurde das Cello mit seinem festen Platz im Streichquartett sowie im Klaviertrio kammermusikalisch bedeutend. Mit Beethoven, Brahms, Dvorak, Saint-Sa\u00ebns, Elgar, Tschaikowsky, Schostakowitsch und vielen anderen namhaften Komponisten brach schliesslich die grosse Zeit des Cellos definitiv an. Es ist wohl unbestritten, dass das Cello heutzutage direkt nach Klavier und Geige das reichhaltigste Repertoire hat. Auch klar scheint mir, dass das Cello wiederum hinter dem Klavier und der Geige im Konzertleben den dritth\u00f6chsten Stellenwert innehat.<\/p>\n<p><strong>Die Zukunft: Cello vs. Klavier<\/strong><\/p>\n<p>So weit so gut. Wo das Cello aber aus meiner Sicht noch nicht gen\u00fcgend hoch eingesch\u00e4tzt wird, ist in der Dom\u00e4ne der Solo-Rezitals. Das Klavier ist dort absolut unangefochten der K\u00f6nig, was auch klar ist, da ein Klavier unangreifbare polyphone M\u00f6glichkeiten bietet und zudem \u00fcber einen schier unersch\u00f6pflichen Fundus an Repertoire verf\u00fcgt: Jeder Komponist von Rang und Namen hat f\u00fcr Soloklavier geschrieben, was nicht erstaunt, weil viele grosse Komponisten von Haus aus Pianisten waren. Namen wie Chopin, Liszt, Brahms, Beethoven, Haydn, Mozart, Bach u.s.w. kommen einem in den Sinn.<\/p>\n<p>Man kann zwar sagen, dass Solo-Cello-Rezitals gang und g\u00e4be sind, zumal auch f\u00fcrs Solo-Cello eine beachtliche Bandbreite an Repertoire vorhanden ist und seit einiger Zeit eine F\u00fclle an virtuosen Cellisten existiert, welche dieser heikel zu spielenden Literatur Herr ist. Und dennoch sollten Solo-Cello-Rezitals aus meiner Sicht noch viel h\u00e4ufiger stattfinden. Denn das Cello hat von allen Streichinstrumenten den sinnvollsten Tonumfang, da es sowohl richtige B\u00e4sse spielen kann, trotzdem aber auch glaubw\u00fcrdig eine Melodie vortragen kann. \u00dcber die vielgelobte Klangsch\u00f6nheit des Cellos m\u00fcssen wir gar nicht diskutieren. Und von der Klangvariabilit\u00e4t her ist ein Cello meiner Ansicht nach einem Klavier mindestens ebenb\u00fcrtig, hat man doch vom Pizzicato \u00fcber Ponticellokl\u00e4nge bis hin zu all den verschiedenen Klangschattierungen des &#8220;normalen&#8221; Cellotones hin eine Vielzahl an wohlklingenden M\u00f6glichkeiten, welche sich auch noch gen\u00fcgend voneinander unterscheiden, um effektiv eingesetzt werden zu k\u00f6nnen. Was f\u00fcr ein Solorezital aber das Wichtigste ist, ist die Polyphonie oder die M\u00f6glichkeit, mehrere T\u00f6ne oder gar Stimmen gleichzeitig und scheinbar unabh\u00e4ngig voneinander zu spielen. Niemand wird hier die \u00dcberlegenheit des Klaviers ernsthaft in Frage stellen, zumal man mit einem Klavier ganze Orchesterwerke wiedergeben kann. Dennoch sind die polyphonen M\u00f6glichkeiten eines Cellos ausreichend &#8211; vielleicht nicht f\u00fcr die Interpretation der Tannh\u00e4usern-Ouvert\u00fcre auf einem einzigen Solo-Cello, wohl aber f\u00fcr Komponisten, welche es verstehen, mit den spezifischen M\u00f6glichkeiten des Cellos zu arbeiten. Die Solo-Sonate von Veress z. B. bietet am Ende des ersten Satzes ein mehrstimmiges Fugato, welches sehr interessant ist. Auch Bach hat in der 5. Solo-Suite im ersten Satz eine Fuge realisiert. Weitere Cellokomponisten wie Duport, Piatti, Cassado u.a.m. haben mit ihren Werken qualitativ teilweise hochwertige Literatur hinterlassen. Auch in j\u00fcngerer Zeit haben sich viele Komponisten erfolgreich f\u00fcrs Cello eingesetzt.<\/p>\n<p><strong>Es braucht im Solo-Cello-Repertoire noch ein Equivalent zu Chopin, Liszt und Co.<\/strong><\/p>\n<p>Dennoch wird es in Zukunft noch mehr hochwertige Solo-Literatur f\u00fcrs Cello brauchen um nur schon quantitativ mit dem Klavierrepertoire konkurrenzf\u00e4hig zu sein. Wir suchen also virtuose Cellisten, welche sich hinsetzen und meisterhaft gute, <a title=\"Notenmaterial bestellen (Top Gun + Blues)\" href=\"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/notenmaterial\/\">effektvolle Solo-St\u00fccke f\u00fcrs Cello<\/a> schreiben und sie dann selber auff\u00fchren und popul\u00e4r machen. Die St\u00fccke sollten eher tonal sein, weil das Cello im Solo-Bereich ein Equivalent zu den Werken Chopins, Liszts etc. am Klavier ben\u00f6tigt. Dann kann der Stellenwert des Cellos noch weiter gesteigert werden, zumal es last but not least immer g\u00fcnstiger ist, einen Solo-Cellisten zu engagieren, anstatt einen Fl\u00fcgel f\u00fcr ein Konzert anzumieten. Und Geld regiert die Welt, so ist das nunmal ;-)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Vergangenheit: Bach erhebt das Cello zum Solo-Instrument Der erste Komponist, der das Potenzial des Cellos erkannt hatte, war kein geringerer als Johann-Sebastian Bach. Vor er mit seinen 6 Suiten f\u00fcr Solocello den Eckpfeiler im Repertoire eines jeden Cellisten setzte, waren Cellisten vor allem mit &#8220;Schrumm-Schrumm-Schrumm-Basslinien&#8221; besch\u00e4ftigt (oder &#8220;Bum-Bum-Bum&#8221;, je nachdem). 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