{"id":1811,"date":"2015-02-06T13:23:08","date_gmt":"2015-02-06T11:23:08","guid":{"rendered":"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/?p=1811"},"modified":"2015-02-19T11:42:43","modified_gmt":"2015-02-19T09:42:43","slug":"der-klang-eine-frage-der-einstellung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/der-klang-eine-frage-der-einstellung\/","title":{"rendered":"Der Klang: Eine Frage der Einstellung"},"content":{"rendered":"<p>Vor einer Woche klang mein Cello nicht wie sonst. Dieses Mal war ich sicher, dass es nicht an den Saiten lag. Der Klang war nicht rund und hallig wie sonst wie sonst, die Ansprache extrem diffizil und beim Spielen tiefer T\u00f6ne sp\u00fcrte ich am Cello unnat\u00fcrlich viele Vibrationen des Korpus (fast wie Wolfst\u00f6ne). Es machte wirklich keinen Spass, so zu spielen. Trotzdem hatte ich mehrere Konzerte zu bestreiten. Ich schob den Wolfst\u00f6ter hin und her, nahm in weg, setzte ihn wieder auf, richtete den Steg auf den idealen 90-Grad-Winkel, probierte auch\u00a0eine neue A-Saite. Ich verschob sogar selber den Steg, weil ich den Verdacht hatte, dass er nicht am richtigen Ort stand. Nichts half, vielleicht machte ich alles nur schlimmer.<\/p>\n<p>Sobald ich Zeit fand, ging ich daher zu einem meiner bevorzugten Geigenbauer.<\/p>\n<h4>Es geht um Millimeter<\/h4>\n<p>Er stellte fest, dass der Stimmstock schief im Cello stand. Als er ihn gerade stellte, funktionierte\u00a0das Cello schon besser. Dennoch klang es scharf und sprach nicht gut an. Ich bat ihn, den Stimmstock an einen Ort zu verschieben, wo die Ansprache weicher wird und der Klang w\u00e4rmer. Millimeter f\u00fcr Millimeter tasteten wir uns an eine andere Einstellung heran. Als es immer noch nicht tat wie gewohnt, kontrollierte mein Geigenbauer die Position des Stegs und siehe da, er stand ein paar Millimeter zu weit unten. Danach klang das Cello besser und ich ging wieder nach Hause. Im Orchester merkte ich aber, dass das Cello seine butterweiche Ansprache und seinen\u00a0gewohnten, ausgewogenen Klang immer noch nicht zur\u00fcckgewonnen hatte. So\u00a0ging ich am n\u00e4chsten Tag wieder zum Geigenbauer. Im Korpus meines Cellos hat n\u00e4mlich gl\u00fccklicherweise eine schlaue Geigenbauerin mal die Position des Stimmstocks mit Bleistift eingezeichnet, bevor sie Steg und Stachelhalterung abnahm. Nach all dem Probieren am Vortag haben wir uns von dieser Position um mehrere Millimeter entfernt. Jetzt,\u00a0da der Steg wieder an seinem richtigen Platz stand, bat ich den Geigenbauer, auch den Stimmstock wieder an die eingezeichnete Stelle zu bewegen. Als dies vollbracht war, war mein Cello wieder ganz das alte.<\/p>\n<p>Ich bat nun den Geigenbauer, auch die Position des Steges einzuzeichnen.<\/p>\n<p>Dieses Beispiel zeigt, dass es in bei\u00a0Stimmstock und Steg eine Frage von Millimetern ist, ob ein Cello sein volles Potenzial abrufen kann oder nicht.<\/p>\n<p>Warum haben sich Steg und Stimmstock verschoben? Keine Ahnung! Es k\u00f6nnte die trockene Luft gewesen sein, die K\u00e4lte wenn ich mit dem Fahrrad ins KKL fahre, eine Ersch\u00fctterung\u2026<\/p>\n<h4>Sinnvoll: Positionen des Stimmstocks und des Steges einzeichnen lassen<\/h4>\n<p>Was ich aber daraus gelernt habe: Wenn man mal eine gute Einstellung gefunden hat, dann ist es sehr sinnvoll, die genauen Positionen des Stimmstockes und des Steges mit Bleistift einzeichnen zu lassen. So sieht man selber, wenn etwas nicht stimmt und kann dem Spuk schneller ein Ende bereiten. Mit Spannung erwarte ich nun den Fr\u00fchling, denn dann \u00e4ndern sich\u00a0die klimatischen Bedingungen wieder.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-1811 gallery-columns-1 gallery-size-medium'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/der-klang-eine-frage-der-einstellung\/img_3253\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"580\" height=\"387\" src=\"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/IMG_3253-580x387.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-1826\" srcset=\"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/IMG_3253-580x387.jpg 580w, https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/IMG_3253-scaled-416x277.jpg 416w, https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/IMG_3253-940x627.jpg 940w, https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/IMG_3253-695x463.jpg 695w\" sizes=\"auto, (max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1826'>\n\t\t\t\tWer genau hinschaut erkennt an den oberen \u00e4usseren Ecken der Stegf\u00fcsse Bleistiftmarkierungen.\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/der-klang-eine-frage-der-einstellung\/img_3252\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"580\" height=\"387\" src=\"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/IMG_3252-580x387.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-1818\" srcset=\"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/IMG_3252-580x387.jpg 580w, https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/IMG_3252-scaled-416x277.jpg 416w, https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/IMG_3252-940x627.jpg 940w, https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/IMG_3252-695x463.jpg 695w\" sizes=\"auto, (max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1818'>\n\t\t\t\tDer Stimmstock steht genau dort, wo die Bleistiftmarkierung eingezeichnet ist (man sieht am Boden einen schwarzen Rand um den Stimmstock)\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/der-klang-eine-frage-der-einstellung\/img_3255\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"580\" height=\"387\" src=\"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/IMG_3255-580x387.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-1820\" srcset=\"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/IMG_3255-580x387.jpg 580w, https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/IMG_3255-scaled-416x277.jpg 416w, https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/IMG_3255-940x627.jpg 940w, https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/IMG_3255-695x463.jpg 695w\" sizes=\"auto, (max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1820'>\n\t\t\t\tDies ist \u00fcbrigens der perfekte Winkel f\u00fcr den Steg: Die Unterseite des Steges (also die, die beim Spielen zum Boden schaut) muss genau im rechten Winkel zur Decke stehen. Die Oberseite des Steges ist nicht relevant. \n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einer Woche klang mein Cello nicht wie sonst. Dieses Mal war ich sicher, dass es nicht an den Saiten lag. Der Klang war nicht rund und hallig wie sonst wie sonst, die Ansprache extrem diffizil und beim Spielen tiefer T\u00f6ne sp\u00fcrte ich am Cello unnat\u00fcrlich viele Vibrationen des Korpus (fast wie Wolfst\u00f6ne). 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