{"id":182,"date":"2013-03-02T18:09:13","date_gmt":"2013-03-02T16:09:13","guid":{"rendered":"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/?p=182"},"modified":"2014-07-26T20:05:52","modified_gmt":"2014-07-26T18:05:52","slug":"sei-nicht-besser-sei-anders","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/sei-nicht-besser-sei-anders\/","title":{"rendered":"Sei nicht besser, sei anders"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/mozartputztseine.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-296\" src=\"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/mozartputztseine.jpeg\" alt=\"mozartputztseine\" width=\"639\" height=\"351\" srcset=\"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/mozartputztseine.jpeg 639w, https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/mozartputztseine-416x229.jpeg 416w, https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/mozartputztseine-300x164.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 100vw, 639px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Jeder Cellist sollte jeden Tag versuchen, &#8220;besser&#8221; zu werden.<\/p>\n<p>Cello spielen ist jedoch nicht wie der Hundertmeterlauf der Leichtathletik, bei dem man ganz klar erkennen kann, wer der schnellste und somit der beste ist. Spitzenmusiker in ihren F\u00e4higkeiten zu beurteilen und zu klassifizieren ist ein h\u00f6chst subjektives und letztlich unm\u00f6gliches und unsinniges Unterfangen. Denn gerade wenn wir eine Auswahl an bestm\u00f6glichen Cellisten haben, wird es selbst f\u00fcr Experten nicht eindeutig klar sein, welcher nun der allerbeste ist. Und wenn dann jemand den Cellisten A besser findet, dann wird garantiert auch Cellist B seine Fans haben. Gleich wird es sich mit Cellistin C verhalten. Die gesamte Sache ist extrem subjektiv und es werden Kriterien wie Sympathie, Ausstrahlung, Aussehen usw. eine Rolle spielen.<\/p>\n<p><strong>1. Nicht versuchen, es allen recht zu machen<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr mich folgt daraus, dass man es gar nicht erst versuchen sollte, so zu spielen, dass es allen gef\u00e4llt, denn das ist definitiv und absolut unm\u00f6glich. Es ist viel sinnvoller, so zu spielen, wie es dir selber gef\u00e4llt. Denn dann gef\u00e4llt es wenigstens einer Person, n\u00e4mlich dir. Und die Tatsache, dass man es sich selber recht macht, wirkt in jedem Falle \u00fcberzeugender auf eine Jury oder ein Publikum, als wenn man quasi telepathisch den Geschmack der Zuh\u00f6rer zu erahnen versucht.<\/p>\n<p><strong>2. Anders sein<\/strong><\/p>\n<p>Es ist leider so, dass der Klassikmarkt ges\u00e4ttigt ist. Der unwahrscheinlichste Weg zum Erfolg ist daher der, alles gleich zu machen, wie es die Konkurrenz seit 200 Jahren zu tun pflegt. Irgendwie muss man sich von den anderen deutlich unterscheiden. Die potenziellen Fans brauchen etwas besonderes, mit dem sie sich identifizieren k\u00f6nnen, ansonsten wird man automatisch zum Einheitsbrei der zwar sehr guten, aber eben nicht wirklich profilierten Musiker geh\u00f6ren. Anders zu sein verlangt nach einer guten Portion Mut, zumal es nicht reichen wird, im Takt 56 der Sonate XY den Triller von unten zu beginnen, wenn alle anderen den Triller von oben machen. Die Unterschiede m\u00fcssen wirklich klar erkennbar sein. Niemals sollte man daf\u00fcr allerdings den eigenen guten musikalischen Geschmack opfern. Es geht viel mehr um kreatives Bewirtschaften der eigenen St\u00e4rken. Bist du sehr begabt im Arrangieren von Musik? Dann schreibe deine eigenen Arrangements und spiele die im Konzert. Traust du dir zu, zu <a title=\"Warum komponieren?\" href=\"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/warum-komponieren\/\">komponieren<\/a>? Versuch&#8217;s. Hast du Humor und kannst du gute Reden halten? Dann baue geistreiche Ansprachen in deine Konzerte ein etc. etc. die M\u00f6glichkeiten sind wohl unbegrenzt und jeder kennt seine eigenen St\u00e4rken am besten. Und ich bin nicht einmal sicher, ob das reichen wird&#8230;aber es ist immerhin mal ein Anfang und die Konzertveranstalter werden anfangen zu verstehen, warum sie gerade dich buchen sollten.<\/p>\n<p><strong>3. Distanz zum Publikum reduzieren<\/strong><\/p>\n<p>Die richtig fetten Klassikkonzerte (also die der grossen Sinfonieorchester und Kammermusikreihen) sind zwar ohne Frage von allerh\u00f6chster Qualit\u00e4t. Aber grunds\u00e4tzlich ist f\u00fcr mich allgemein die Distanz zwischen Publikum und K\u00fcnstler eher zu gross.<\/p>\n<p>Was ich feststelle: Ich habe in meinem Leben viele Konzerte besucht. Und die, die mir wirklich ganz stark in Erinnerung bleiben, sind die, in denen der Dirigent oder der Solist oder die Musiker sich mit kurzen Kommentaren ans Publikum gewendet haben. Denn die gespielten Werke sind \u00fcberall die gleichen und wiederholen sich dar\u00fcberhinaus noch alle paar Jahre. Die Kommentare der Musiker sind aber immer anders und geben eine neue Perspektive. Man sieht das leider sehr selten, obschon es den Abend ungemein bereichert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jeder Cellist sollte jeden Tag versuchen, &#8220;besser&#8221; zu werden. Cello spielen ist jedoch nicht wie der Hundertmeterlauf der Leichtathletik, bei dem man ganz klar erkennen kann, wer der schnellste und somit der beste ist. Spitzenmusiker in ihren F\u00e4higkeiten zu beurteilen und zu klassifizieren ist ein h\u00f6chst subjektives und letztlich unm\u00f6gliches und unsinniges Unterfangen. 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