{"id":188,"date":"2013-06-17T18:11:58","date_gmt":"2013-06-17T16:11:58","guid":{"rendered":"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/?p=188"},"modified":"2013-08-30T14:51:14","modified_gmt":"2013-08-30T12:51:14","slug":"die-balance-zwischen-qualitat-und-quantitat-finden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/die-balance-zwischen-qualitat-und-quantitat-finden\/","title":{"rendered":"Die Balance zwischen Qualit\u00e4t und Quantit\u00e4t finden"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/sebast3.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-289\" alt=\"Quantit\u00e4t-Qualit\u00e4t\" src=\"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/sebast3.jpeg\" width=\"639\" height=\"223\" srcset=\"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/sebast3.jpeg 639w, https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/sebast3-416x145.jpeg 416w, https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/sebast3-300x104.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 100vw, 639px\" \/><\/a><\/p>\n<p>In meinem Musikerleben geht es mir vor allem darum, Spass zu haben. Meine T\u00e4tigkeit soll interessant sein. Besonders wichtig erscheint mir in dem Zusammenhang, die richtige Mitte zwischen Quantit\u00e4t und Qualit\u00e4t zu finden. Was meine ich damit: Nat\u00fcrlich k\u00f6nnte ich nur zwei Auftritte pro Jahr haben und jeweils ein halbes Jahr daf\u00fcr \u00fcben. Die Qualit\u00e4t w\u00e4re vermutlich gut. Aber es w\u00e4re mir ein bisschen langweilig. Auch w\u00fcrde ich nicht so viel dabei lernen, wie wenn ich \u00f6fter auftreten w\u00fcrde und mir dabei mehr Repertoire aneigne sowie mit mehr verschiedenen Kollegen zusammenarbeite und von ihnen lerne. Auch m\u00fcsste ich nicht sonderlich effizient und gut organisiert sein, weil die Arbeitslast einfach zu gering w\u00e4re, was mich auch ein bisschen st\u00f6rt, da Effizienz f\u00fcr sich genommen schon etwas Sch\u00f6nes ist. Und letztlich w\u00fcrde \u00fcberhaupt keine Routine entstehen und jeder Auftritt w\u00e4re ein Grund zur Nervosit\u00e4t.<\/p>\n<p>Das andere Extrem w\u00e4re: Jede Anfrage anzunehmen und jeden Monat neben dem Orchester noch 4-5 Projekte zu bew\u00e4ltigen. Da w\u00fcrde ich wahrlich eine Effizienzmaschine am Cello sein m\u00fcssen und von daher w\u00e4re es m\u00f6glicherweise interessant. Aber der Stress w\u00e4re riesig und es w\u00e4re mir unm\u00f6glich, konstant gute Qualit\u00e4t zu liefern, zumal ich nicht immer nur die gleichen 6 St\u00fccke spielen darf, sondern variieren muss. Auch bliebe der Spass auf der Strecke, weil ich nur noch am rumhetzen w\u00e4re und in den Konzerten wohl oft recht viel Stress h\u00e4tte, weil ich nicht alles gr\u00fcndlich h\u00e4tte \u00fcben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Qualit\u00e4t hat immer Vorrang:<\/strong><\/p>\n<p>Als Normalmusiker wie wir sollte man versuchen, jedes Konzert Carnegie-Hall-reif zu spielen, weil man eben noch nicht in der Carnegie-Hall ist. Konstant gute Konzerte zu geben hat viel den besseren Effekt auf die eigene Karriere als viele mittelm\u00e4ssige Konzerte.11<\/p>\n<p><strong>Mit der Quantit\u00e4t nicht \u00fcbertreiben:<\/strong><\/p>\n<p>Daraus folgt automatisch, dass man sich bei der Arbeitslast gewisse Limiten setzen muss. Sofern man nicht \u00fcberall die gleichen St\u00fccke spielen kann, muss man schlichtweg k\u00fcrzer treten. Mit den Jahren wird man indes leistungsf\u00e4higer. W\u00e4hrend dem Studium habe ich mehrere Monate lang auf ein Konzert hin ge\u00fcbt. In meiner Anfangszeit im Orchester war ich mit einem Konzert ausserhalb des Orchesters pro Monat wohl. Mittlerweile kann ich ein bisschen mehr machen, muss aber stets vorsichtig sein. Andere Leute k\u00f6nnen vielleicht doppelt oder halb so viel machen und das ist in Ordnung so.<\/p>\n<p><strong>Intelligent programmieren:<\/strong><\/p>\n<p>Auch bei der Programmierung sollte man eine Balance suchen, sofern man Einfluss darauf hat: Einerseits will man neue St\u00fccke lernen und so Fortschritte machen, andererseits ist das immer aufw\u00e4ndig. Es zahlt sich aus, Bew\u00e4hrtes\/Bekanntes mit neuem zu mischen. In besonders stressigen Perioden kann man auch etwas leichtere Werke programmieren. F\u00fcr Vorspiele und Wettbewerbe sollte man ganz besonders schlau programmieren und den Aufwand, den neue St\u00fccke verlangen nicht untersch\u00e4tzen. Es kommt immer drauf an, was es zu spielen gibt. Ein Schostakovich-Cellokonzert von Grund auf zu lernen und auswendig im Konzert zu pr\u00e4sentieren ist sicher mehr Arbeit, als eine Beethoven-Streichquartett-Cellostimme vorzubereiten. All diese Sachen sind zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p><strong>Gutes Zeitmanagement:<\/strong><\/p>\n<p>Menschen sind keine Maschinen und niemand will und kann nur arbeiten. Abgesehen davon ist das auch \u00fcberhaupt nicht gesund und ausserdem sehr ineffizient. Jeder Mensch hat aber t\u00e4glich 24 Stunden zur Verf\u00fcgung und es ist nicht zu \u00fcbersehen, dass die einen diese Zeit besser n\u00fctzen als die anderen. Es gibt z. B. zweifellos T\u00e4tigkeiten, die Zeit fressen ohne ein positives Ergebnis zu hinterlassen. Dazu z\u00e4hle ich fernsehen, zielloses Internet-Surfen und gamen. Wenn man schon fernsieht, dann kann man z. B. noch gewisse Haushalts-Arbeiten dazu verrichten, damit wenigstens die dann erledigt sind. F\u00fcr mich ist auch Zeitmanagement eine Balance-Aufgabe zwischen M\u00fcssiggang und Vorw\u00e4rtskommen.<\/p>\n<p><strong>Effizient arbeiten:<\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/sebastiandiezig.com\/Artikel\/wie_man_effektiv_cello_ueb.html\">In einem separaten Artikel<\/a>\u00a0haben wir dieses Thema bereits besprochen. St\u00e4ndig sollte man nach effizienteren Methoden suchen, um mit den Projekten vorw\u00e4rts zu kommen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Und eben: den Spass behalten<\/strong><\/p>\n<p>All das macht nur Sinn, wenn man Spass daran hat. Jeder soll einfach versuchen, Freude an der T\u00e4tigkeit zu empfinden. Ich selber habe die gr\u00f6sste Befriedigung, wenn ich weder zuviel noch zu wenig mache und auch privat nichts zu kurz kommt, dennoch aber die Qualit\u00e4t meinen Vorstellungen entspricht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In meinem Musikerleben geht es mir vor allem darum, Spass zu haben. Meine T\u00e4tigkeit soll interessant sein. 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