{"id":1903,"date":"2015-03-12T15:09:58","date_gmt":"2015-03-12T13:09:58","guid":{"rendered":"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/?p=1903"},"modified":"2015-03-12T15:09:58","modified_gmt":"2015-03-12T13:09:58","slug":"interview-im-magazin-des-luzerner-sinfonieorchesters-115","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/interview-im-magazin-des-luzerner-sinfonieorchesters-115\/","title":{"rendered":"Interview im Magazin des Luzerner Sinfonieorchesters 1\/15"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Interview-LSO-Magazin-Heiner-und-Sebastian.tiff\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1905\" src=\"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Interview-LSO-Magazin-Heiner-und-Sebastian.tiff\" alt=\"Interview LSO-Magazin Heiner und Sebastian\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/a><\/p>\n<h3>Pult an Pult: Heiner Reich und Sebastian Diezig<\/h3>\n<p>Heiner Reich, Solo-Cellist, und Sebastian Diezig, stellvertretender Solo-Cellist des LSO, teilen nicht nur das Pult, sondern auch wetterbedingte Sorgen um ihre Instrumente. | DIANA LEHNERT<\/p>\n<p><strong>Heiner und Sebastian, ihr habt beide eure erste feste Stelle als Cellist im Orchester, war das schon immer das Ziel eurer Musiker-Laufbahn?<\/strong><\/p>\n<p><em>Heiner Reich (HR):<\/em> Als ich mit 14 Jahren beschloss, Cello zu studieren, hatte ich kurze Zeit den Traumberuf Solist im Kopf, habe aber dann schon vor dem Studium gemerkt, dass es nichts f\u00fcr mich ist und bin auch heute noch froh dar\u00fcber. Sobald ich angefangen hatte zu studieren, war f\u00fcr mich klar, dass ich ins Orchester m\u00f6chte.<\/p>\n<p><em>Sebastian Diezig (SD):<\/em> Ich wollte eigentlich immer ins Orchester. Es gab eine Phase, als ich Wettbewerbe gewann, wo ich kurz \u00fcber den Solistenberuf nachdachte, dazu kam, dass ich einen tollen Lehrer hatte, Thomas Demenga, der seinerseits als Solist t\u00e4tig ist. Ich denke, das Ideale ist eine Kombination: Man spielt im Orchester, macht Kammermusik und spielt ab und zu als Solist. Das befruchtet sich gegenseitig.<\/p>\n<p><em>HR:<\/em> Und man bleibt fit dabei und \u00fcbt regelm\u00e4ssig. Man h\u00f6rt sich selbst im Orchester auch nicht so gut, von daher ist es wichtig, zuhause immer wieder zu \u201eputzen\u201c und viel Kammermusik zu machen.<\/p>\n<p><em>SD:<\/em> Man spielt die Stimme im Orchester ja oft zu acht und das klingt immer sch\u00f6n (lacht).<\/p>\n<p><strong>Wie kamt ihr zum Cello?<\/strong><\/p>\n<p>HR: Ich bin in einer Musikerfamilie aufgewachsen und mein grosser Bruder hat Cello gespielt. Ich fand das so toll und wollte ihn einfach nachahmen.<\/p>\n<p>SD: Mein Onkel hat Cello gespielt und die tiefen T\u00f6ne haben mir gefallen. Wahrscheinlich haben die Eltern auch ein bisschen nachgeholfen, denn meine Mutter hatte sich gew\u00fcnscht, dass jemand Cello in der Familie spielt. Ich m\u00f6chte aber auch nichts anderes spielen.<\/p>\n<p><strong>Wie findet man das Cello, das zu einem passt?<\/strong><\/p>\n<p>SD: Es gibt viele Cellisten auf der Welt, aber relativ wenig gute Instrumente. Ich habe viele Celli in meinem Leben gehabt, aber man sucht immer weiter. Und wenn man dann eine Zeitlang ein Instrument hat, kommt pl\u00f6tzlich der Moment, wo einen bestimmte Dinge am Instrument st\u00f6ren. Momentan spiele ich ein anonymes Cello.<\/p>\n<p>HR: Ich hatte lange Zeit ein Instrument aus einer Stiftung, ein altes italienisches Grancino-Cello, aber es war klar, dass ich das irgendwann wieder abgeben musste. Da ich zu der Zeit nicht besonders viel Geld hatte, bin ich gezielt auf die Suche nach einem neuen Instrument gegangen und hab auch ein sehr gutes gefunden, ein Schweizer Cello, ein Maechler. Es ist nat\u00fcrlich f\u00fcr einen Streicher trotzdem toll, ein altes Instrument zu haben und ich bin auch sicher, das wird nicht mein letztes sein.<\/p>\n<p><strong>Gibt es denn das Traum-Instrument?<\/strong><\/p>\n<p>SD: Das Gras ist auf der anderen Seite immer gr\u00fcner!<\/p>\n<p>HD: Mein Lehrer spielt ein Vuillaume, ein altes franz\u00f6sisches Cello, das w\u00fcrde ich sofort nehmen! Ein gutes muss aber auch zum Spieler passen.<\/p>\n<p><strong>Die Instrumente reagieren ja oft sehr auf Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit. Winter ist wohl nicht eure liebste Jahreszeit?<\/strong><\/p>\n<p>HR: Mein Cello reagiert in diesem Winter extrem. Ich bin jede Woche beim Geigenbauer, weil sich wieder irgendetwas ver\u00e4ndert hat. Die modernen Celli sind meist anf\u00e4lliger, weil das Holz noch mehr arbeitet. Im Sommer macht\u2018s mehr Spass, vor allem, wenn\u2018s dann noch regnet!<\/p>\n<p>SD: Die Trockenheit ist schon ein Problem. Ich habe immer den Luftbefeuchter im \u00dcbezimmer und schaue, dass mindestens 45% Luftfeuchtigkeit im Raum sind. Ich fahre mit dem Fahrrad zur Arbeit. Wenn ich dann ankomme, warte ich meist f\u00fcnf Minuten bis ich das Cello auspacke, damit es nicht so einen Temperaturschock gibt.<\/p>\n<p><strong>Gibt es ein Ritual vor jedem Auftritt?<\/strong><\/p>\n<p>SD: Ich kontrolliere immer, dass die Wirbel fest sitzen. Bei mir hatte sich w\u00e4hrend eines Konzertes mal ein Wirbel gel\u00f6st\u00a0und ich habe erst relativ sp\u00e4t bemerkt, dass ich derjenige war, der pl\u00f6tzlich falsch spielte!<\/p>\n<p>HR: Ich versuche, dass ich mich noch eine Viertelstunde auf der B\u00fchne einspielen kann und gehe kurz vor dem Konzert nochmal an die frische Luft, um Ruhe zu haben und \u201eherunterzukommen\u201c.<\/p>\n<p><strong>Eine letzte Frage: Welche Musik h\u00f6rt ihr privat oder w\u00fcrdet ihr\u2026<\/strong><\/p>\n<p>HR: \u2026auf den Mars mitnehmen? Also, ich h\u00f6re Klassik nicht einfach nur so, nur mit einem Ziel. Oft m\u00f6chte ich gar nichts h\u00f6ren, sondern einfach meine Ruhe haben.<\/p>\n<p>SD: Die klassische Musik taugt nicht als Hintergrundmusik, ich kann dann der Unterhaltung nicht mehr folgen. Durch meine Frau, die aus S\u00fcdamerika stammt, bin ich auf den Geschmack von Salsa und Co. gekommen. Ab und zu Musik aus den 80ern\u2026aber auf die Insel\u2026wenn\u2019s ein Cello-St\u00fcck sein m\u00fcsste, w\u00fcrde ich die Bach-Cellosuiten mitnehmen, sonst vielleicht die Matth\u00e4us-Passion\u2026<\/p>\n<p>HD: \u2026ich w\u00fcrde auf jeden Fall keinen Scelsi mitnehmen (lacht\/Anm.: das Orchester probte zu der Zeit ein St\u00fcck von Scelsi). Lieber das Cello und jemand anderen zum Spielen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<pre><strong>Artikeldetails:\r\n<\/strong><strong>Datum:<\/strong> M\u00e4rz 2015\r\n<strong>Medium:<\/strong> Magazin des Luzerner Sinfonieorchesters\r\n<strong>Titel:<\/strong> Pult an Pult\r\n<strong>Original:<\/strong> Ja:<\/pre>\n<pre><a href=\"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Interview-LSO-Magazin-Heiner-und-Sebastian.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-1906 aligncenter\" src=\"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Interview-LSO-Magazin-Heiner-und-Sebastian-150x150.png\" alt=\"Interview LSO-Magazin Heiner und Sebastian\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Interview-LSO-Magazin-Heiner-und-Sebastian-150x150.png 150w, https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Interview-LSO-Magazin-Heiner-und-Sebastian-324x324.png 324w, https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Interview-LSO-Magazin-Heiner-und-Sebastian-100x100.png 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pult an Pult: Heiner Reich und Sebastian Diezig Heiner Reich, Solo-Cellist, und Sebastian Diezig, stellvertretender Solo-Cellist des LSO, teilen nicht nur das Pult, sondern auch wetterbedingte Sorgen um ihre Instrumente. | DIANA LEHNERT Heiner und Sebastian, ihr habt beide eure erste feste Stelle als Cellist im Orchester, war das schon immer das Ziel eurer Musiker-Laufbahn? 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