{"id":192,"date":"2013-06-26T18:13:54","date_gmt":"2013-06-26T16:13:54","guid":{"rendered":"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/?p=192"},"modified":"2013-08-30T14:49:38","modified_gmt":"2013-08-30T12:49:38","slug":"hinfallen-und-wieder-aufstehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/hinfallen-und-wieder-aufstehen\/","title":{"rendered":"Hinfallen und wieder aufstehen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_285\" aria-describedby=\"caption-attachment-285\" style=\"width: 639px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/scheitern.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-285\" alt=\"Hinfallen und wieder aufstehen\" src=\"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/scheitern.jpeg\" width=\"639\" height=\"420\" srcset=\"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/scheitern.jpeg 639w, https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/scheitern-416x273.jpeg 416w, https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/scheitern-300x197.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 100vw, 639px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-285\" class=\"wp-caption-text\">Mein Cousin Severin &#8211; ein sehr guter Mountainbiker<\/figcaption><\/figure>\n<p>Auch wenn so manche Musikerkarriere aussieht wie eine reine Erfolgsstory, gibt es doch bei jedem Musiker Ereignisse und Kapitel, die nicht erfolgreich \u00fcber die B\u00fchne gingen. Z.B.: Erfolglose Probespiele und Wettbewerbe, verkorkste Probejahre, massenhaft Nicht-Ber\u00fccksichtigungen bei Konzertserien oder Festivals, Nicht-Einladungen zu Probespielen, Konzerte in Unterform etc. Zwar wird niemand diese Erlebnisse in seiner K\u00fcnstlerbiographie breittreten (im Gegenteil!), stattgefunden haben sie bei jedem aber trotzdem.<\/p>\n<p><strong>&#8211; Nicht aufgeben<\/strong><\/p>\n<p>Wir sind keine Masochisten und wollen den Erfolg. Aber jeder, der \u00fcberhaupt etwas tut, wird hin und wieder einen Misserfolg haben. Niemals sollte man allein deswegen aufgeben. Mit der Zeit merkt man, dass Scheitern nur halb so schlimm ist und in einem derart kompetitiven Umfeld wie der Musik f\u00fcr alle dazugeh\u00f6rt wie der Bogen zum Cello.<\/p>\n<p><strong>&#8211; Die Lehren ziehen<\/strong><\/p>\n<p>Der &#8220;Vorteil&#8221; des Scheiterns ist, dass man erneut \u00fcber die B\u00fccher muss, weil man das n\u00e4chste Mal bessere Chancen haben m\u00f6chte. Wenn man das konsequent und mit grossem Einsatz tut, kann man immer besser werden, was genial ist. Kriegt man Feedback so sollte man dieses sich anh\u00f6ren und \u00fcberlegen, ob gute Ideen enthalten sind (was nicht immer der Fall ist, manchmal aber schon). Auf der anderen Seite steht der Erfolg , der nat\u00fcrlich sch\u00f6n und motivierend ist. Er kann aber das Gef\u00fchl vermitteln, dass man bereits am Ziel ist und deswegen weitere Fortschritte blockieren.<\/p>\n<p><strong>&#8211; Keine Angst vor dem Scheitern haben<\/strong><\/p>\n<p>Besonders schade finde ich es, wenn bsp. in einem Probespiel unglaublich hohe um nicht zu sagen unrealistische Anforderungen an die Kandidaten gestellt werden, weil &#8220;der Mann auf der 1. Solostelle einfach unangefochtene Weltklasse sein muss&#8221;. Ich verstehe auch warum. So soll z. B. ein Solo-Cellist besser sein als die sehr guten Tuttisten und Stv. Solo-Cellisten eines exzellenten Orchesters, weil diese sich sonst &#8220;\u00fcbergangen&#8221; f\u00fchlen. Und auch ich meine, dass so jemand gut sein soll. Jedoch gibt es in jedem Orchester Tuttisten, die gewisse Sachen besser k\u00f6nnen als ihre Stimmf\u00fchrer, was somit normal ist. Allerdings hat ein Stimmf\u00fchrer andere Aufgaben und mehr Stress und das wiederum erfordert Qualit\u00e4ten, die vielleicht nicht jeder Tuttist hat. Und man sollte bedenken: Wenn sich diese zweifelsfrei exzellenten Tuttisten und Stv. Solo-Cellisten selber nicht um eine freie Solo-Stelle bewerben um somit ihr Vorspiel abzulegen und zu zeigen, wie gut sie sind, dann werden sie nicht \u00fcbergangen, sondern bewerben sich schlicht nicht. Was ich vermute: Die sehr guten Tuttisten und Stellvertreter bewerben sich nicht, weil sie Angst haben, zu scheitern und sich zu blamieren, was v\u00f6llig normal und verst\u00e4ndlich ist. Sollten sie indes aber nicht, denn jeder scheitert hin und wieder und es ist nur halb so wild und dar\u00fcber hinaus w\u00fcrden sie im Falle eines Scheiterns idealerweise sinnvolle Schl\u00fcsse ziehen und evtl. die Kandidaten in zuk\u00fcnftigen Probespielen etwas realistischer einsch\u00e4tzen. Ausserdem ist gelegentliches Scheitern eine gute menschliche Erfahrung, f\u00f6rdert eine gewisse Gelassenheit sowie eine Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr das, was man bereits erreicht hat. Letzter Punkt ist interessant, weil man oft von frustrierten Musikern spricht, die es zwar versuchten jedoch nicht schafften. In meiner eigenen Erfahrung und Beobachtung ist das Gegenteil richtig: diejenigen, die es versuchen sind die motivierten und fitten Musiker, welche sich nichts draus machen, dass es halt mal nicht geklappt hat, selbst wenn die Niederlage am Anfang bitter schmeckte. Auch verdienen sie sich Respekt und zeigen allen, was sie k\u00f6nnen (oft k\u00f6nnen sie sehr viel).<\/p>\n<p><strong>&#8211; Nach dem Scheitern geht das Leben weiter<\/strong><\/p>\n<p>Genauso, wie man sich an den Erfolg gew\u00f6hnt, gew\u00f6hnt man sich auch an den Misserfolg. Zwar bleiben danach die Fragen, ob man es jemals \u00fcberhaupt schaffen wird und Selbstzweifel kommen hin und wieder auf usw. Eigentlich sind die in einem gewissen Ausmass aber sehr gesund. Und das Leben geht weiter &#8211; neue Projekte stehen an und vielleicht wird eines davon ein Erfolg, weil man viel gelernt hat.<\/p>\n<p><strong>&#8211; Ohne scheitern w\u00e4re es langweilig<\/strong><\/p>\n<p>Alles, was sich lohnt zu erreichen, ist nicht einfach erreichen und einiges, was einfach zu erreichen ist, ist nicht besonders spannend. Wer nie scheitert geht wahrscheinlich oft auf Nummer sicher.<\/p>\n<p><strong>&#8211; Wer auf Nummer Sicher geht lebt eigentlich gef\u00e4hrlicher!<\/strong><\/p>\n<p>Ich wage zu behaupten, dass Musiker, die sich exponieren und hin und wieder eine Niederlage kassieren eine sicherere Existenz haben als die, die sich &#8220;verstecken&#8221;. Denn der Musiker, der weiterkommen will und dabei notwendigerweise nebst Erfolgen auch Misserfolge hat, entwickelt seine F\u00e4higkeiten st\u00e4ndig weiter und misst sich immer mit den besten. Der andere, der tut, was er immer schon getan hat und das auch weiter tun will, stagniert und macht vielleicht sogar R\u00fcckschritte. Es ist nicht schwer zu sehen, welcher der beiden Musikertypen f\u00fcr eine Organisation wertvoller ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch wenn so manche Musikerkarriere aussieht wie eine reine Erfolgsstory, gibt es doch bei jedem Musiker Ereignisse und Kapitel, die nicht erfolgreich \u00fcber die B\u00fchne gingen. Z.B.: Erfolglose Probespiele und Wettbewerbe, verkorkste Probejahre, massenhaft Nicht-Ber\u00fccksichtigungen bei Konzertserien oder Festivals, Nicht-Einladungen zu Probespielen, Konzerte in Unterform etc. Zwar wird niemand diese Erlebnisse in seiner K\u00fcnstlerbiographie breittreten [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":285,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[12,3,9,16],"tags":[46,313,319,47],"class_list":["post-192","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-philosophisches","category-blog","category-karriere","category-motivation","tag-cello-blog","tag-karriere","tag-motivation","tag-philosophisches-2"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/scheitern.jpeg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/192","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=192"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/192\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":629,"href":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/192\/revisions\/629"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/285"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=192"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=192"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=192"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}