{"id":2317,"date":"2015-11-29T17:10:10","date_gmt":"2015-11-29T15:10:10","guid":{"rendered":"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/?p=2317"},"modified":"2015-12-03T11:59:20","modified_gmt":"2015-12-03T09:59:20","slug":"was-fur-ein-steg-aufs-cello","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/was-fur-ein-steg-aufs-cello\/","title":{"rendered":"Was f\u00fcr ein Steg aufs Cello?"},"content":{"rendered":"<p>Letzte Woche wollte ich es wieder mal wissen und liess von\u00a0meinem bevorzugten Geigenbauer einen neuen Steg anfertigen.<\/p>\n<p><strong>Die\u00a0drei\u00a0M\u00f6glichkeiten:<\/strong><\/p>\n<p>Wie bereits <a href=\"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/9-tipps-fur-mehr-celloklang\/\">fr\u00fcher beschrieben<\/a>, gibt es grunds\u00e4tzlich drei\u00a0M\u00f6glichkeiten: Man kann erstens\u00a0den belgischen Steg w\u00e4hlen, welcher wegen seinem obertonreichen Klang auch Solistensteg genannt wird. Er\u00a0hat proportional gesehen hohe Beine und relativ wenig Oberk\u00f6rper. Zweitens\u00a0kann man den franz\u00f6sischen Steg w\u00e4hlen, welcher ab und zu auch deutscher Steg genannt wird. Er\u00a0hat k\u00fcrzere Beine und einen gr\u00f6sseren Oberk\u00f6rper. Auch das Herz im Oberk\u00f6rper ist gr\u00f6sser ausgeschnitten. Der Klang ist\u00a0w\u00e4rmer\u00a0und\u00a0runder. Drittens\u00a0kann man ein Mittelding zwischen den zwei Stegen machen lassen. Meistens ist dieser Steg ein franz\u00f6sischer mit l\u00e4ngeren Beinen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_311\" aria-describedby=\"caption-attachment-311\" style=\"width: 639px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/cellostege.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-311 size-full\" src=\"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/cellostege.jpeg\" alt=\"Stege: Deutscher (franz\u00f6sischer), belgischer und ein Mittelding\" width=\"639\" height=\"271\" srcset=\"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/cellostege.jpeg 639w, https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/cellostege-416x176.jpeg 416w, https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/cellostege-300x127.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 100vw, 639px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-311\" class=\"wp-caption-text\">Stege: Deutscher (franz\u00f6sischer), belgischer und ein Mittelding<\/figcaption><\/figure>\n<p>Zumal\u00a0ich schon einen belgischen Steg hatte und bef\u00fcrchtete, dass ein waschechter franz\u00f6sischer Steg klanglich zu sehr in die andere Richtung f\u00fchren w\u00fcrde, bat ich um ein Mittelding. Nun habe ich die M\u00f6glichkeit, den belgischen Steg mit dem Mittelding\u00a0zu vergleichen. Nat\u00fcrlich ist jedes\u00a0Cello ein wenig anders aber hier kommen meine Erfahrungen, welche ich auch f\u00fcr mich als Referenz in der Zukunft niederschreibe, wenn&#8217;s mich wieder mal nach einem anderen Steg jucken sollte.<\/p>\n<p><strong>Belgischer Steg:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Klang: <\/strong>Hell und obertonreich in allen Registern. Nicht sehr rund. Lauter als das Mittelding. Man muss manchmal aufpassen, dass man nicht zu viele Obert\u00f6ne erzeugt und der Klang so scharf wird, dass er nicht mehr sch\u00f6n ist oder im Orchester aus dem Klang der Cellogruppe\u00a0hervortritt.<br \/>\n<strong>Ansprache:<\/strong>\u00a0Sehr gut.<br \/>\n<strong>Spielkomfort:<\/strong> Man braucht wenig Kraft, um laut zu spielen. Leise spielen geht praktisch von selber.<br \/>\n<strong>Vorteile:\u00a0<\/strong>Geringer Kraftaufwand beim Spielen, solistischer, lauter Klang, schnelle und unkomplizierte\u00a0Ansprache, auch flautando-Kl\u00e4nge haben eine gute Pr\u00e4senz.<br \/>\n<strong>Nachteile: <\/strong>A-Saite kann wenn man laut spielt und nicht aufpasst scharf und schrill klingen. Im Orchester etwas schwieriger, sich klanglich einzuf\u00fcgen ohne rauszustechen. Kann auf einigen Instrumenten den Klang metallischer machen.<\/p>\n<p><strong>Mittelding:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Klang: <\/strong>Deutlich weniger Obert\u00f6ne als der belgische Steg.\u00a0Runder und komplexer als der belgische Steg. Weniger laut. Auf meinem Cello in den tiefen Registern fast ein bisschen nasal. Schnelle Stellen auf tiefen Saiten klingen gerne etwas mulmig.<br \/>\n<strong>Ansprache:<\/strong> Etwas langsamer als beim belgischen Steg aber immer noch gut.<br \/>\n<strong>Spielkomfort:\u00a0<\/strong>Ich habe gemerkt, dass ich viel schneller m\u00fcde werde, weil ich deutlich mehr Kraft anwenden muss, um laut zu spielen. Trotzdem ist der Klang f\u00fcr solistische Zwecke auf meinem Cello zu klein, besonders in den tiefen Lagen. Der Widerstand des Bogens an der Saite ist gr\u00f6sser.\u00a0Manchmal muss man in den tiefen Registern klanglich fast in die kratzige Richtung gehen, um geh\u00f6rt zu werden.<br \/>\n<strong>Vorteile:\u00a0<\/strong>Runder, komplexer Klang, A-Saite klingt besonders\u00a0sch\u00f6n und ausgewogen (nicht zu hell und nicht zu dunkel).<br \/>\n<strong>Nachteile:<\/strong> Laut spielen erfordert mehr Kraft, f\u00fcr Leute, die laut spielen m\u00fcssen wahrscheinlich nicht die richtige Wahl. Kann auf einigen Instrumenten den Klang nasaler machen. Auf den tiefen Saiten fehlt vielleicht die Klarheit.<\/p>\n<p><strong>Was nun?<\/strong><\/p>\n<p>Letztendlich ist es eine Frage der Priorit\u00e4ten, weil man nicht den F\u00fcnfer und das Weggli haben kann, wie wir in der Schweiz sagen. Entweder entscheidet man sich mit dem belgischen Steg f\u00fcr einen lauten Klang, den man ausserdem mit wenig Kraftaufwand aus dem Cello rausholen kann. Oder man entscheidet sich mit dem franz\u00f6sischen Steg oder der dem Mittelding f\u00fcr einen interessanteren Klang, der dann vielleicht aber nicht geh\u00f6rt wird, weil die anderen zu laut spielen.<\/p>\n<p>Ich glaube fast, dass es einfacher ist, den belgischen Steg zu w\u00e4hlen und den Klang mit den dem Cellisten zur Verf\u00fcgung stehenden technischen Mitteln wie Bogengeschwindigkeit, Kontaktstelle und Vibrato interessanter zu machen als den Bogen noch st\u00e4rker auf die Saite zu dr\u00fccken, damit es laut genug wird, wenn \u00fcberhaupt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Letzte Woche wollte ich es wieder mal wissen und liess von\u00a0meinem bevorzugten Geigenbauer einen neuen Steg anfertigen. Die\u00a0drei\u00a0M\u00f6glichkeiten: Wie bereits fr\u00fcher beschrieben, gibt es grunds\u00e4tzlich drei\u00a0M\u00f6glichkeiten: Man kann erstens\u00a0den belgischen Steg w\u00e4hlen, welcher wegen seinem obertonreichen Klang auch Solistensteg genannt wird. 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