{"id":2586,"date":"2016-12-03T23:10:21","date_gmt":"2016-12-03T21:10:21","guid":{"rendered":"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/?p=2586"},"modified":"2016-12-13T18:04:13","modified_gmt":"2016-12-13T16:04:13","slug":"als-orchestermusiker-fit-bleiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/als-orchestermusiker-fit-bleiben\/","title":{"rendered":"Als Orchestermusiker fit bleiben"},"content":{"rendered":"<p>Wenn man eine Vollzeitstelle im Orchester hat, dann ist der Terminkalender automatisch mit Proben, Konzerten und oft auch Konzertreisen zugepflastert. Dazu\u00a0kommt das Privatleben mit weiteren genauso wichtigen\u00a0Terminen und Verpflichtungen und schlussendlich bleibt f\u00fcrs individuelle \u00dcben nur noch wenig Zeit. Ist es in so einer Situation \u00fcberhaupt m\u00f6glich, ein hohes\u00a0Niveau\u00a0zu halten? Manche w\u00fcrden mit nein antworten. Aber meiner Meinung nach ist es machbar. Letztendlich l\u00e4uft es darauf hinaus, ob man es wirklich will oder nicht. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.<\/p>\n<p>Eines der gr\u00f6ssten Probleme des Streichers im Orchester ist, dass er fast immer in einer Gruppe musiziert und sich selber somit nicht wirklich h\u00f6rt. An die Intonation werden in diesem Kontext weniger hohe\u00a0Anspr\u00fcche gestellt und kleinere\u00a0Fehler\u00a0in der\u00a0Bogenf\u00fchrung werden oft von der Gruppe kompensiert. Es kann daher durchaus passieren, dass man sich nach 10 Jahren im Orchester f\u00fcr solistische und kammermusikalische Auftritte nicht mehr fit\u00a0f\u00fchlt, weil man den Klang und die Intonation vernachl\u00e4ssigt hat.<\/p>\n<p>Wie kann man es dennoch schaffen, auf solistischem und kammermusikalischem Niveau zu bleiben?<\/p>\n<p><strong>Jeden Tag \u00fcben<\/strong><br \/>\nMan kann es sich nicht zu oft erlauben, nicht zu \u00fcben und zwar aus dem einfachen Grund dass man als Vollzeit-Orchestermusiker so oder so schon wenig zum \u00fcben kommt und man sich die Zeit f\u00fcrs\u00a0\u00dcben t\u00e4glich regelrecht zusammenkratzen muss ist. Klar gibt es ab und zu mal einen Tag, an dem man k\u00f6rperlich oder mental einfach zu m\u00fcde ist oder schlichtweg keine Zeit findet. Solche Tage sollten aber die Ausnahme sein wenn man man Ball bleiben will.<\/p>\n<p><strong>Nicht nur Orchestermaterial \u00fcben<\/strong><br \/>\nObschon die Orchesterliteratur technisch sehr anspruchsvolle St\u00fccke bereith\u00e4lt, sollte man doch auch eigene Projekte haben. Im Moment arbeite ich mich beispielsweise durch <a href=\"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/das-piatti-projekt-caprice-nr-1-von-12\/\">alle Piatti-Capricen durch<\/a> und gehe erst zur n\u00e4chsten weiter, wenn ich\u00a0finde, dass ich mit dem Niveau zufrieden sein kann.<\/p>\n<p><strong>Eigene Konzerte geben<\/strong><br \/>\nIch glaube dass es sehr wichtig ist, nicht nur im Orchester zu konzertieren. Idealerweise sucht man sich auch Auftrittsm\u00f6glichkeiten als Solist und Kammermusiker. Das sind dann vielleicht nicht immer die lukrativsten Engagements aber f\u00fcr den K\u00fcnstler im Orchestermusiker ist es sehr wichtig auch ohne die Unterst\u00fctzung des ganzen Orchesters mit herausfordernden Werken vors\u00a0Publikum zu treten. F\u00fcr mich ist es am besten, eine Mischung zu haben: Quartett, Klaviertrio, Solorezitals, Duos (mit Klavier, Violine, Bratsche, etc.) und hin und wieder auch einen Auftritt als Solist mit Orchester. Auf diese Weise ist man gezwungen den Klang zu pflegen, die Intonation st\u00e4ndig zu verbessern, die eigene Technik immer auf Bestniveau zu halten und sich ein solides Nervenkost\u00fcm zu bewahren. Es sorgt auch f\u00fcr Abwechslung im Musikeralltag.<\/p>\n<p><strong>Keine schlechten Angewohnheiten im Orchester<\/strong><br \/>\nAuch oder gerade bei den\u00a0schweren Stellen sollte man im Orchester nicht davon ausgehen, dass die anderen dann schon ge\u00fcbt haben werden. Immer versuchen, der Gruppe eine St\u00fctze zu sein. Auch bei gesanglichen Stellen sollte man auf den Klang achten. Eine verbreitete &#8220;Krankheit&#8221; ist, das sch\u00f6ne Legato zu vernachl\u00e4ssigen. In der Gruppe klingt es ok, aber beim solistischen Spielen fehlt dann etwas. St\u00e4ndig sollte man nach solchen Tendenzen Ausschau halten.<\/p>\n<p><strong>Gute Terminplanung und entsprechende Priorit\u00e4ten<\/strong><br \/>\nWer auf dem Instrument fit bleiben will, muss dies zu einer Top-Priorit\u00e4t im Leben machen. Es ist zugegebenermassen nicht einfach, jeden Tag gen\u00fcgend Zeit f\u00fcrs \u00dcben freizuschaufeln und andere Sachen sind auch wichtig. Aber wenn fit bleiben auf dem Cello ein wichtiges Ziel ist, dann muss das t\u00e4gliche \u00dcben eine sehr hohe Priorit\u00e4t haben.<\/p>\n<p><strong>Sich aufnehmen<\/strong><\/p>\n<p>Das eigene Spiel von aussen wahrzunehmen ist eine riesige Hilfe. Man h\u00f6rt so viele Dinge, die einem sonst entgehen.<\/p>\n<p><b>Vor der \u00a0eigenen Haust\u00fcre kehren<\/b><\/p>\n<p>\u00dcber andere zu l\u00e4stern ist ein unterhaltsames Hobby. Aber letztendlich kann man wenn man bei sich selber ansetzt die gr\u00f6sseren Erfolge erzielen, weshalb ein Qu\u00e4ntchen Selbstkritik, gefolgt von einer guten \u00dcbesession mehr bringt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man eine Vollzeitstelle im Orchester hat, dann ist der Terminkalender automatisch mit Proben, Konzerten und oft auch Konzertreisen zugepflastert. Dazu\u00a0kommt das Privatleben mit weiteren genauso wichtigen\u00a0Terminen und Verpflichtungen und schlussendlich bleibt f\u00fcrs individuelle \u00dcben nur noch wenig Zeit. Ist es in so einer Situation \u00fcberhaupt m\u00f6glich, ein hohes\u00a0Niveau\u00a0zu halten? Manche w\u00fcrden mit nein antworten. 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