{"id":3572,"date":"2020-02-01T22:51:10","date_gmt":"2020-02-01T20:51:10","guid":{"rendered":"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/?p=3572"},"modified":"2020-02-01T23:08:31","modified_gmt":"2020-02-01T21:08:31","slug":"levy-streichquintett-und-strauss-metamorphosen-in-luzern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/levy-streichquintett-und-strauss-metamorphosen-in-luzern\/","title":{"rendered":"Levy-Streichquintett und Strauss-Metamorphosen in Luzern"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #008080;\"><strong>Sonntag, 9.2.2020, 11h, Luzern, Theater (Foyer)<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #008080;\">Ernst Levy: Streichquintett c-moll (1916)<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #008080;\">Richard Strauss: Metamorphosen, Septett-Fassung (1945), Rekonstruktion der Urfassung f\u00fcr Streichsextett und Kontrabass von Rudi Leopold<\/span><\/p>\n<div><span style=\"color: #008080;\">Gregory Ahss, Violine<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #008080;\">Jonas Erni, Violine<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #008080;\">Alexander Besa, Viola<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #008080;\">Madeleine Burkhalter, Viola<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #008080;\">Sebastian Diezig, Cello<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #008080;\">Beat Feigenwinter, Cello<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #008080;\">David Desimpelaere, Kontrabass<\/span><\/div>\n<div>&#8212;<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Der 1895 in Basel geborene Musikologe, Pianist und Dirigent <strong>Ernst Levy<\/strong> ist trotz seines umfangreichen Oeuvres (u.a. 15 Sinfonien, 7 Klaviersonaten und zahlreiche Chorwerke) ein unbekannter Komponist. Er studierte von 1906 bis 1909 Klavier am Konservatorium seiner Geburtsstadt und sp\u00e4ter in Paris. Von 1916 bis 1921 unterrichtete er Klavier in Basel. Dann lebte er von 1922 bis 1940 in Paris, wo er den Choeur philharmonique de Paris gr\u00fcndete und unterrichtete in La Chaux-de Fonds und in Biel, bis er wegen Hitlers Einmarsch in Frankreich nach Basel zur\u00fcckkehrte. Aufgrund des wachsenden Antisemitismus bekam er in seiner Heimat jedoch keine Anstellung mehr und deshalb wanderte er in die USA aus. Dort unterrichtete er am New England Conservatory in Boston (1941-1945), am Bennington College in Vermont (1945-1948), am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge (ab 1954) und auch an den Universit\u00e4ten von Chicago und New York City, wo er von 1959 bis 1966 als Professor f\u00fcr Musik am Brooklyn College arbeitete. Als amerikanischer Staatsb\u00fcrger kehrte er 1966 in die Schweiz zur\u00fcck, wo er 1981 in Morges am Genfersee starb.<br \/>\nWar er einerseits ein einer stark expandierten Tonalit\u00e4t und ein dem klassischen Kontrapunkt verpflichteter Traditionalist, so war er andererseits in der Form seiner Werke sehr modern und experimentierfreudig. So ist das Streichquintett eine eins\u00e4tzige Komposition, wobei er versuchte, wie Beethoven mit wenig Material zu arbeiten und dieses im Lauf des St\u00fcckes zu entwickeln und zu ver\u00e4ndern.<\/div>\n<p>Ungleich bekannter ist der Komponist und Dirigent\u00a0<strong>Richard Strauss<\/strong>, der 1864 in M\u00fcnchen zur Welt kam und 1949 in Garmisch-Partenkirchen verstarb. Seine grosssinfonischen Tondichtungen und Opern in reichster Harmonik, ausgearbeitetstem Kontrapunkt und oft von gr\u00f6sster instrumentaler Virtuosit\u00e4t geh\u00f6ren klar zum Standardrepertoire der f\u00fchrenden Orchester und Opernh\u00e4user.<br \/>\nKurz vor Ende des zweiten Weltkriegs war Strauss bei schlechter Gesundheit und wollte deswegen zum Kuren nach Baden in die Schweiz. Von den Nazis erhielt er indes keine Ausreiseerlaubnis. So kamen der Schweizer M\u00e4zen Paul Sacher, der Dirigent Karl B\u00f6hm und der Schweizer Musikwissenschafter Willi Schuh auf die Idee, bei Richard Strauss eine Komposition zu bestellen und diese in Z\u00fcrich uraufzuf\u00fchren. Dadurch erhielt er eine offizielle Einladung aus Z\u00fcrich und einen wichtigen Grund f\u00fcr eine Reise in die Schweiz. In diesem Zusammenhang begann er am 13. M\u00e4rz 1945 mit seinen &#8220;Metamorphosen&#8221;, welche er am 12. April in Garmisch-Partenkirchen vollendete. Dieses letztes grosses Orchesterwerk Strauss&#8217; wurde 1946 in Z\u00fcrich unter dem Dirigat seines Widmungstr\u00e4gers Paul Sacher aufgef\u00fchrt. Richard Strauss schrieb es unter den schlimmen Eindr\u00fccken kurz vor dem Ende des zweiten Weltkriegs und sah es als seinen Abschied von der Welt und von seinem kompositorischen Schaffen. So schrieb er Joseph Gregor, einem Wiener Schriftsteller und Theaterwissenschafter, der ihm mehrere Operntexte geliefert hatte, er sei in \u201everzweifelter Stimmung! Das Goethehaus, der Welt gr\u00f6\u00dftes Heiligtum, zerst\u00f6rt. Mein sch\u00f6nes Dresden-Weimar-M\u00fcnchen, alles dahin!\u201c\u00a0<sup id=\"cite_ref-4\" class=\"reference\"><\/sup>Am Schluss der Metamorphosen zitiert er den Trauermarsch aus Beethovens Eroica-Sinfonie. Bereits vorher im St\u00fcck ist thematisches Material mit diesem Zitat eng verwandt. Im Sinne einer Metamorphose variiert und wandelt er diese und zwei andere Melodien, bis sie am Schluss im erw\u00e4hnten Zitat aus der Eroica m\u00fcnden.<br \/>\nZun\u00e4chst begann Strauss das Werk als Septett, erweiterte es dann aber auf 23 Solostreicher. (In Luzern spielen wir die Rekonstruktion der urspr\u00fcnglichen Septettfassung).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sonntag, 9.2.2020, 11h, Luzern, Theater (Foyer) Ernst Levy: Streichquintett c-moll (1916) Richard Strauss: Metamorphosen, Septett-Fassung (1945), Rekonstruktion der Urfassung f\u00fcr Streichsextett und Kontrabass von Rudi Leopold Gregory Ahss, Violine Jonas Erni, Violine Alexander Besa, Viola Madeleine Burkhalter, Viola Sebastian Diezig, Cello Beat Feigenwinter, Cello David Desimpelaere, Kontrabass &#8212; Der 1895 in Basel geborene Musikologe, Pianist [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3573,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[183,270,484,481,482,253,78,483,480],"class_list":["post-3572","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-sebastian-diezigs-news","tag-alexander-besa","tag-beat-feigenwinter","tag-david-desimpelaere","tag-ernst-levy","tag-gregory-ahss","tag-jonas-erni","tag-luzern","tag-madeleine-burkhalter","tag-richard-strauss"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/0FE8071D-BCD7-4B80-BCB7-17D44D3C8062_1_201_a-scaled.jpeg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3572","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3572"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3572\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3582,"href":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3572\/revisions\/3582"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3573"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3572"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3572"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3572"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}