{"id":446,"date":"2008-07-02T00:14:17","date_gmt":"2008-07-01T22:14:17","guid":{"rendered":"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/?p=446"},"modified":"2013-08-30T12:00:55","modified_gmt":"2013-08-30T10:00:55","slug":"presseartikel-tanze-und-gebete-nzz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/presseartikel-tanze-und-gebete-nzz\/","title":{"rendered":"Presseartikel: &#8220;T\u00e4nze und Gebete&#8221; (NZZ)"},"content":{"rendered":"<table border=\"0\" cellspacing=\"6\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\"><strong>Datum:<\/strong><\/td>\n<td valign=\"top\">2.7.2008<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\"><strong>Medium:<\/strong><\/td>\n<td valign=\"top\">Neue Z\u00fcrcher Zeitung<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\"><strong>Titel:<\/strong><\/td>\n<td valign=\"top\"><strong>T\u00e4nze und Gebete<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\"><strong>Original:<\/strong><\/td>\n<td valign=\"top\">Ja:\u00a0<a href=\"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/NZZ-Boswil-2-7-2008.pdf\">NZZ Boswil 2-7-2008<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><strong>T\u00e4nze und Gebete<\/strong><\/p>\n<p><strong>Das Klassik-Festival \u00abBoswiler Sommer\u00bb<\/strong><\/p>\n<p>Mit stetig wachsendem Erfolg hat sich in der s\u00e4kularisierten Alten Kirche Boswil ein von der Stiftung K\u00fcnstlerhaus Boswil getragenes Klassik-Festival etabliert. Am \u00abBoswiler Sommer\u00bb sind tats\u00e4chlich erstaunliche Dinge zu h\u00f6ren. Andreas Fleck,der die k\u00fcnstlerische Leitung des Festivals innehat und selber jeweils als Cellist und Mitglied des Casal-Quartetts mitwirkt, hat ein gutes Gesp\u00fcr daf\u00fcr entwickelt, wie er sein Publikum einerseits mit Interpretationen von Repertoire-Werken in hoher Qualit\u00e4t begeistern und andrerseits doch immer wieder Neues, \u00dcberraschendes bringen kann. Und seien es neue interpretatorische Perspektiven, aus denen bekannte Werke zu h\u00f6ren sind.<\/p>\n<p><strong>Leidenschaft<\/strong><\/p>\n<p>Joseph Haydn zum Beispiel: Zum Abschluss des Er\u00f6ffnungskonzertes am vergangenen Samstag erklang Haydns Sinfonie Nr. 49 f-Moll (1768), welche \u00abIn Nomine Domini\u00bb komponiert worden ist und den Untertitel \u00abLa passione\u00bb tr\u00e4gt. Ganz br\u00fcchig entstanden die ersten Kl\u00e4nge im Kirchenraum, an der H\u00f6rschwelle, mit einer intensiven, nach innen gekehrten Spannung. Explosiv dann, wie scharf Kontraste herausgestrichen wurden. Plastisch artikuliert, voller Leben und ganz aus der K\u00f6rperbewegung heraus empfunden wurde gespielt. Und formal so genau ausgeh\u00f6rt, dass aus den vier S\u00e4tzen wirklich ein Ganzes entstand \u2013 \u00abpassione\u00bb nicht nur als Leidensgeschichte, sondern auch als leibhaftig erlebte, k\u00f6rperliche Leidenschaft. Eine h\u00f6chst bemerkenswerte Interpretation also. Dargeboten wurde sie von dem aus den Kammermusikerinnen und -musikern des Festivals zusammengestellten Orchester \u00abConcerto Boswil\u00bb, erarbeitet und geleitet vom erfahrenen, etwas extravagant, aber wirkungsvoll im Orchester agierenden Konzertmeister Stephan Mai.<\/p>\n<p>Mai hatte den Abend mit Johann Sebastian Bachs erstem Brandenburgischen Konzert (erste Fassung) bereits \u00fcberzeugend er\u00f6ffnet. Auch das dritte Cellokonzert G-Dur von Luigi Boccherini leitete er vom ersten Pult aus hellh\u00f6rig und kommunikativ. Solist war der junge Schweizer Cellist Sebastian Diezig, der das Werk gleichsam aus dem Orchesterklang heraus interpretierte, wendig, mit glockenreinem, wandlungsf\u00e4higem Ton. Diezig war kurzfristig f\u00fcr den erkrankten Julius Berger eingesprungen; von ihm wird man mit Sicherheit wieder h\u00f6ren. Ein Gegenpol im Er\u00f6ffnungsprogramm war das \u00abConcerto doppio\u00bb op. 63 (1927) von Erv\u0131 \u0301n Schulhoff, komponiert f\u00fcr Fl\u00f6te, Klavier und Streichorchester mit zwei H\u00f6rnern. Und es braucht sie, diese Gegenpole, die einem die Ohren \u00f6ffnen, danach einen Bocchrrini, einen Haydn neu erleben zu k\u00f6nnen. Unter der Leitung von Massimiliano Matesic entstand mit den Solisten Jacques Zoon (Fl\u00f6te) und Oliver Schnyder (Klavier) eine befreiende, prickelnde Auff\u00fchrung, die kr\u00e4ftig zur Sache gehen konnte, virtuos die \u00fcbersch\u00e4umende Phantasie dieser Musik aufbl\u00fchen liess und dann wieder ganz feine Zwischent\u00f6ne fand. So packend gespielt kann das Werk kathartische Wirkung entfalten.<\/p>\n<p>Katharsis nach aussen und innen steckt auch im Motto \u00abT\u00e4nze &amp; Gebete\u00bb des Boswiler Sommers 2008. So wurde das zweite Konzert mit einem Solo der Tanz-Performerin und Vokalistin Stefanie Grubenmann er\u00f6ffnet \u2013 ein skurriler, kaprizi\u00f6ser und h\u00f6chst eigenwilliger Auftritt. Anschliessend gab es eines dieser Boswiler Experimente, die das Festival braucht, um lebendig zu bleiben. Prokofjews Quintett op. 39 g-Moll war einst als Ballett gedacht, nun wurde es von Stefanie Grubenmann und der Flamencot\u00e4nzerin Bettina Casta\u00f1 \u0303o gemeinsam choreografiert. Nicht immer gegl\u00fcckt, man hatte den Eindruck, dass die beiden ihre Ber\u00fchrungspunkte etwas unter ihrem eigentlichen Niveau fanden, wie das bei Begegnungen nicht nur verschiedener Tanzkulturen oft der Fall ist.<\/p>\n<p><strong>\u00abFestival artists\u00bb<\/strong><\/p>\n<p>Stefanie Grubenmann wird man am Boswiler Sommer noch in zwei weiteren Auftritten erleben k\u00f6nnen. Die Performerin ist eine der drei festival artists, die beiden andern sind der Aargauer Pianist Oliver Schnyder, der eine erstaunliche internationale Karriere macht, und die hochtalentierte junge deutsche Geigerin Veronika Eberle. Beide sind in Boswil in mehreren Konzerten zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Alfred Zimmerlin<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Datum: 2.7.2008 Medium: Neue Z\u00fcrcher Zeitung Titel: T\u00e4nze und Gebete Original: Ja:\u00a0NZZ Boswil 2-7-2008 T\u00e4nze und Gebete Das Klassik-Festival \u00abBoswiler Sommer\u00bb Mit stetig wachsendem Erfolg hat sich in der s\u00e4kularisierten Alten Kirche Boswil ein von der Stiftung K\u00fcnstlerhaus Boswil getragenes Klassik-Festival etabliert. Am \u00abBoswiler Sommer\u00bb sind tats\u00e4chlich erstaunliche Dinge zu h\u00f6ren. 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