{"id":487,"date":"2011-10-12T00:29:23","date_gmt":"2011-10-11T22:29:23","guid":{"rendered":"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/?p=487"},"modified":"2013-08-30T11:54:01","modified_gmt":"2013-08-30T09:54:01","slug":"presseartikel-ein-kammermusik-abend-voller-kontraste-bergstrasser-anzeiger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/presseartikel-ein-kammermusik-abend-voller-kontraste-bergstrasser-anzeiger\/","title":{"rendered":"Presseartikel: &#8220;Ein Kammermusik-Abend voller Kontraste&#8221; (Bergstr\u00e4sser Anzeiger)"},"content":{"rendered":"<table border=\"0\" cellspacing=\"6\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\"><strong>Datum:<\/strong><\/td>\n<td valign=\"top\">12.10.2011<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\"><strong>Medium:<\/strong><\/td>\n<td valign=\"top\">Bergstr\u00e4sser Anzeiger<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\"><strong>Titel:<\/strong><\/td>\n<td valign=\"top\"><strong>Ein Kammermusik-Abend voller Kontraste<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\"><strong>Original:<\/strong><\/td>\n<td valign=\"top\">Ja<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>12. Oktober 2011 | Von Karin Pfeifer<\/p>\n<p><strong>Ein Kammermusik-Abend voller Kontraste<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kunstfreunde Bensheim: Viel Beifall f\u00fcr drei Cellisten und einen Pianisten im Parktheater<\/strong><\/p>\n<p>BENSHEIM. Die Kunstfreunde Bensheim \u00fcberraschen in j\u00fcngster Zeit bei ihren Konzerten durch ungew\u00f6hnliche Besetzungen und seltene Programme. Auch das j\u00fcngste Konzert verdeutlichte diese Absicht. Ein Konzert mit drei Cellisten in Verbindung mit einem Pianisten wird sicher nicht sehr oft angeboten. Im Bensheimer Parktheater musizierten Mattia Zappa, Sebastian Diezig und Yoel Cantori (Violoncello) sowie Massimiliano Mainolfi (Klavier).<\/p>\n<p>Da es f\u00fcr diese Besetzung fast keine Literatur gibt, sind Bearbeitungen zwingend notwendig. Mattia Zappa erwies sich hierbei als sehr geschickt. So erklang zu Beginn die Gambensonate Nr. 2 BWV 1028 von Johann Sebastian Bach in seiner Fassung f\u00fcr drei Celli. Die Gambe selbst ist bereits seit der Wiener Klassik aus dem Konzertsaal verschwunden. Allerdings werden die drei Originalsonaten, die zwischen 1717 und 1723 entstanden sind, auf Viola oder wie hier auf das Cello \u00fcbertragen. Bei dieser Auff\u00fchrung wurden zudem die Ober- und die Unterstimme des Cembalos den beiden anderen Celli zugeordnet. Da hier die Akkorde der Cembalostimme fehlten, wurde die lineare Stimmf\u00fchrung besonders hervorgehoben. Zudem entstand durch die durchsichtige schlanke Tonf\u00fchrung eine Wiedergabe von ganz eigenem Reiz.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Krasser Stilwandel<\/strong><\/p>\n<p>Joseph Haydn hat f\u00fcr seinen Arbeitgeber F\u00fcrst Esterh\u00e1zy, ein leidenschaftlicher Baryton-Spieler, zahlreiche Trios und Divertimenti geschrieben. Auch dieses Instrument mit seinen sechs Saiten und den 20 mitschwingenden Resonanzsaiten ist in der folgenden Zeit aus der Literatur verschwunden.<\/p>\n<p>Aber bereits zu Haydns Zeit wurde das Divertimento D-Dur alternativ mit drei Violoncelli besetzt. Auch die Wiedergabe dieser leicht eing\u00e4ngigen Musik bevorzugte das schlanke Klangbild, bei dem die einzelnen Stimmen gut miteinander korrespondierten.<\/p>\n<p>Mit Astor Piazzolas &#8220;Grand Tango&#8221; erfolgte zum Abschluss des ersten Programmteils ein krasser Stilwandel. Mattia Zappa spielte diesen konzertanten Tango leidenschaftlich zupackend mit grossem Ton und ausdrucksvollem Vibrato. Temperamentvol wurde er von Massimiliano Mainolfi am Klavier unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Der zweite Teil dieses Kammermusikabends begann mit einem 2007 komponierten Werk f\u00fcr Violoncello solo von Giovanni Sollima. &#8220;La Folia&#8221; greift die barocke Form einer st\u00e4ndig wiederholten Bassmelodie auf, \u00fcber der sich Variationen entwickeln. Aus spieltechnischen Gr\u00fcnden mussten hierbei die beiden tiefen Saiten oktaviert auf den Ton G eingestimmt werden. Dar\u00fcber entwickelten sich Variationen ganz unterschiedlichen Charakters. Sebastian Diezig meisterte die Vielzahl an technischen Schwierigkeiten voller Bravour und gl\u00e4nzte mit eindrucksvoller Gestaltung.<\/p>\n<p>1915 ist die Cellosonate von Claude Debussy entstanden. Auch hier erwies sich Zappa als sehr wandlungsf\u00e4higer Interpret. Sein Spiel kostete den Farbenreichtum dieses Werks voll aus. Der h\u00e4ufig episodenhafte Aufbau mit seinen vielen stimmungsm\u00e4ssigen Kontrasten wurde im guten Zusammenspiel mit dem Pianisten \u00fcberzeugend dargestellt.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Aufb\u00e4umen gegen das Schicksal<\/strong><\/p>\n<p>Die beiden Musiker spielten anschliessend &#8220;Malinconia&#8221; von Jean Sibelius. Hier verarbeitet der Komponist den Tod seiner geliebten Tochter Kirsti. Die tiefe Trauer \u00fcbertr\u00e4gt er hierbei auf die Bevorzugung der tiefen Lage des Cellos und dessen melancholische Melodik. Den reich gestalteten Klaviersatz k\u00f6nnte man vor allem in den L\u00e4ufen und Arpeggien kurz vor dem verklingenden Schluss als Aufb\u00e4umen gegen das Schicksal deuten.<\/p>\n<p>Vers\u00f6hnlichen Wohlklang strahlt dagegen das Requiem op. 66 f\u00fcr drei Celli und Klavier von David Popper aus. Auch bei diesem 1891 in London uraufgef\u00fchrten Werk f\u00fcr einen verstorbenen Freund geht es um Trauer und Wehmut, aber auch im Trost durch die Musik.<\/p>\n<p>Nach diesem besinnlichen Abschluss des auf Kontrast ausgerichteten Programms gab es viel Beifall, der mit zwei ganz unterschiedlichen Zugaben belohnt wurde: Auf den Anfang von Verdis &#8220;La Traviata&#8221; folgte ein zarter Bach-Satz, mit dem der Kreis zum Konzertbeginn wieder geschlossen wurde.<strong>\u00a0<strong>Karin Pfeifer<\/strong><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/BensheimBA.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-489\" alt=\"BensheimBA\" src=\"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/BensheimBA-1024x508.jpg\" width=\"660\" height=\"327\" srcset=\"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/BensheimBA-1024x508.jpg 1024w, https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/BensheimBA-416x207.jpg 416w, https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/BensheimBA-300x149.jpg 300w, https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/BensheimBA.jpg 1226w\" sizes=\"auto, (max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong><strong>\u00a0<\/strong><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Datum: 12.10.2011 Medium: Bergstr\u00e4sser Anzeiger Titel: Ein Kammermusik-Abend voller Kontraste Original: Ja 12. 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