{"id":673,"date":"2013-09-03T18:54:13","date_gmt":"2013-09-03T16:54:13","guid":{"rendered":"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/?p=673"},"modified":"2014-07-26T20:01:32","modified_gmt":"2014-07-26T18:01:32","slug":"das-kleine-1x1-effektiven-kammermusik-probe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/das-kleine-1x1-effektiven-kammermusik-probe\/","title":{"rendered":"Das kleine 1&#215;1 der effektiven Kammermusik-Probe"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_674\" aria-describedby=\"caption-attachment-674\" style=\"width: 645px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Bild-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-674\" src=\"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Bild-1-940x626.jpg\" alt=\"Das Vector Quartet Luzern\" width=\"645\" height=\"429\" srcset=\"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Bild-1-940x626.jpg 940w, https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Bild-1-scaled-416x277.jpg 416w, https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Bild-1-580x386.jpg 580w, https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Bild-1-695x463.jpg 695w\" sizes=\"auto, (max-width: 645px) 100vw, 645px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-674\" class=\"wp-caption-text\">Das Vector Quartet Luzern<\/figcaption><\/figure>\n<p>Kaum ein Musiker, der nicht gerne Kammermusik spielt. Dennoch will das Zusammenspiel und die empfindliche Teamarbeit gelernt sein. Hier ein paar meiner Erfahrungen und Tipps.<\/p>\n<p><strong style=\"text-align: left;\">1. Die eigene Stimme vorbereiten:<\/strong><span style=\"text-align: left;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"text-align: left;\">Eine Kammermusikgruppe ist nur so gut wie der am schlechtesten vorbereitete Spieler. Jeder sollte seine Stimme daher sehr gut spielen k\u00f6nnen. Dies bedingt nebst \u00fcben auch das H\u00f6ren von Aufnahmen und evtl. das Studium einer Partitur.<\/span><\/p>\n<p><strong style=\"text-align: left;\">2. Kritikf\u00e4hig sein:<\/strong><\/p>\n<p>Wenn man Kammermusik spielt, wird man von den Kollegen Feedback erhalten. Sie werden diesen oder jenen Ton zu hoch oder zu tief finden, sich die eine Phrase anders vorstellen, dich an bestimmten Stellen zu laut oder zu leise finden, rhythmische M\u00e4ngel aufdecken wollen usw. Man darf diesbez\u00fcglich nie die Geduld verlieren und sollte niemals reflexartig zur\u00fcckschiessen, sondern die Kritik zu verstehen versuchen, \u00fcberlegen ob etwas daran ist und gegebenenfalls diskutieren. Wenn man kritikf\u00e4hig ist, lernt man von den Kollegen und das ist das Wichtigste.<\/p>\n<p><strong style=\"text-align: left;\">3. Zuerst vor der eigenen Haust\u00fcre kehren:<\/strong><\/p>\n<p>Bevor man man die anderen Kollegen im Ensemble kritisiert, sollte man selber seinen Job m\u00f6glichst gut machen. Die Kollegen nehmen dann deine Vorschl\u00e4ge viel ernster, als wenn du wackelig vom Blatt spielst und dann deine Ideen \u00fcber die Interpretation vortr\u00e4gst.<\/p>\n<p><strong style=\"text-align: left;\">4. Den anderen ihren individuellen Geschmack zugestehen:<\/strong><\/p>\n<p>Jeder Musiker hat seinen pers\u00f6nlichen Geschmack. Der eine spielt gern mit viel Vibrato, der andere eher mit wenig usw. Meine Devise ist immer: So lange es \u00fcberzeugend ist, ist es gut, ganz gleich, ob es nun stilistisch gerade der aktuellen Mode entspricht. Vor man also die anderen auffordert, so oder anders zu spielen, sollte man sicher sein, dass man es nicht \u00fcberzeugend findet. Man sollte selber flexibel sein und sich anpassen k\u00f6nnen, da dies auch eine grosse Qualit\u00e4t ist, die man bei sich f\u00f6rdern will. Ein guter Musiker kann sich vorstellen, eine Stelle auf ganz verschiedene Arten zu spielen.<\/p>\n<p><strong>5. Wenig und konstruktiv kritisieren:<\/strong><\/p>\n<p>Wenn man bei den anderen dann doch etwas kritisieren m\u00f6chte, dann muss man sehr geschickt sein, da Musiker sensibel sind und verletzt reagieren k\u00f6nnen. Man sollte wie im P\u00e4dagogik-Unterricht gelernt zuerst Positives hervorheben und dann erst in Form eines Vorschlages den pers\u00f6nlichen Wunsch einbringen. Es ist ein Riesen-Unterschied, ob man sagt: &#8220;Der letzte Ton muss ohne Vibrato sein!&#8221; oder ob man sagt: &#8220;Darf ich etwas vorschlagen? Spielen wir doch versuchshalber mal den letzten Ton ohne Vibrato, das k\u00f6nnte an dieser Stelle ein sch\u00f6ner Farbwechsel sein.&#8221;<\/p>\n<p>Zudem sollte man nicht zu oft kritisieren. Etliche Probleme l\u00f6sen sich von selber oder sind dem anderen Musiker gar bewusst. Auch hat man mehr Chancen, erh\u00f6rt zu werden, wenn man nicht allzuviel sagt.<\/p>\n<p><strong style=\"text-align: left;\">6. Mehr spielen als diskutieren:<\/strong><\/p>\n<p>Es ist meine Auffassung, dass in einer guten Probe viel mehr gespielt als diskutiert wird. Endlose Diskussionen \u00fcber Bogenstriche, Dynamik usw. strapazieren die Geduld der Teilnehmer und bringen das Ensemble h\u00e4ufig nicht wirklich voran. Bei jeder Idee, die man hat, sollte man sich fragen: Ist es wirklich wichtig? Haben wir genug Zeit, das jetzt zu diskutieren?<\/p>\n<p><strong>7. Ausger\u00fcstet sein:<\/strong><\/p>\n<p>Bei Proben und Konzerten einen Bleistift, Notenst\u00e4nder sowie einen Bodenschutz mitbringen, damit man effizient arbeiten kann.<\/p>\n<p><strong>8. Partitur dabei haben:<\/strong> Es ist unendlich angenehmer, schnell etwas in der Partitur zu kontrollieren, anstatt zu mutmassen, was die Kollegen wohl in ihrer Stimme haben und dann falsch zu liegen. Auf <a href=\"http:\/\/imslp.org\">imslp.org<\/a> findet ausser den Komponisten des 20. und 21. Jahrhundert fast alles, was man braucht &#8211; gratis.<\/p>\n<p><strong style=\"text-align: left;\">9. Bei zu erledigenden Arbeiten mitanpacken:\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Geht es bsp. darum, Probenr\u00e4ume zu reservieren, Homepage zu erstellen, Werbung zu machen, einen Anruf zu t\u00e4tigen, Kopien zu machen, usw. dann sollte man mitanpacken und T\u00e4tigkeiten, die man gut machen kann, machen. Es ist wirklich eine Teamarbeit und wenn jeder mithilft, dann sind die Resultate besser.<\/p>\n<p><strong>10. Unkompliziert sein:<\/strong><\/p>\n<p>Der ideale Kammermusiker ist einfach im Umgang, weil er gut gelaunt ist, vorbereitet, p\u00fcnktlich, zuverl\u00e4ssig, terminlich so flexibel wie es im m\u00f6glich ist und aufgrund seiner exzellenten musikalischen F\u00e4higkeiten und Vorbereitungsarbeiten auch im Zusammenspiel keine Probleme macht. Das ist alles wichtig, weil solche Leute \u00f6fters angefragt werden als der st\u00e4ndig schlecht gelaunte, chronisch unvorbereitete Musiker mit jeweils mindestens 15 min Versp\u00e4tung.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kaum ein Musiker, der nicht gerne Kammermusik spielt. Dennoch will das Zusammenspiel und die empfindliche Teamarbeit gelernt sein. Hier ein paar meiner Erfahrungen und Tipps. 1. Die eigene Stimme vorbereiten:\u00a0 Eine Kammermusikgruppe ist nur so gut wie der am schlechtesten vorbereitete Spieler. Jeder sollte seine Stimme daher sehr gut spielen k\u00f6nnen. Dies bedingt nebst \u00fcben [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[11,3,18,10],"tags":[315,46,321],"class_list":["post-673","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-cellisten-alltag","category-blog","category-kammermusik","category-musikbusiness","tag-cellisten-alltag","tag-cello-blog","tag-kammermusik"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/673","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=673"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/673\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1397,"href":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/673\/revisions\/1397"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=673"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=673"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=673"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}