{"id":97,"date":"2011-11-07T00:08:09","date_gmt":"2011-11-06T22:08:09","guid":{"rendered":"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/?p=97"},"modified":"2014-07-26T20:32:16","modified_gmt":"2014-07-26T18:32:16","slug":"der-do-it-yourself-musiker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/der-do-it-yourself-musiker\/","title":{"rendered":"Der Do-it-yourself-Musiker"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/doityourself.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-322\" src=\"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/doityourself.jpeg\" alt=\"doityourself\" width=\"639\" height=\"338\" srcset=\"https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/doityourself.jpeg 639w, https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/doityourself-416x220.jpeg 416w, https:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/doityourself-300x158.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 100vw, 639px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das eigene Instrument super zu beherrschen ist heutzutage in Anbetracht der grossen Konkurrenz das Minimum. Ein Musiker sollte heute eine Reihe weiterer F\u00e4higkeiten draufhaben, um sich erfolgreich durchzuschlagen. Nicht zuletzt, weil nicht jeder einen ganzen Staff oder mindestens einen Manager hat, der einem den R\u00fccken frei h\u00e4lt. Hier eine Auswahl der F\u00e4higkeiten, die mir f\u00fcr einen Musiker, der konzertieren will, wichtig und n\u00fctzlich scheinen.<br \/>\nIch habe mir die folgenden F\u00e4higkeiten in einer Kombination aus &#8220;Learning-by-doning&#8221; und &#8220;Trial and error&#8221; angeeignet. Auf Youtube gibt es zu vielen hier erw\u00e4hnten Themen gute Instruktionen und man findet auch sonst vor allem im englischsprachigen WWW gute Infos.<\/p>\n<p><strong>Noten am Computer schreiben:<\/strong>\u00a0Der Vorteil der am Computer geschriebenen Noten ist die gute Lesbarkeit. Es ist sehr n\u00fctzlich, ein Notensatz-Programm zu beherrschen, selbst wenn man nicht komponiert. Es kommt z. B. vor, dass im Orchester extrem unleserliches Material verteilt wird. Dann kann man eine eigene Stimme herstellen, was in Proben und Konzert unn\u00f6tigen Stress vermeidet. Die Kollegen freuen sich auch dar\u00fcber. Ein gutes, kostenloses Programm ist MuseScore. Auf Youtube gibt es viele Anleitungen.<\/p>\n<p><strong>Homepage gestalten und pflegen:<\/strong>\u00a0In einem derart kompetitiven Umfeld wie der Musik ist ein K\u00fcnstler ohne Web-Pr\u00e4senz so gut wie inexistent. Wer dar\u00fcber hinaus seine <a title=\"Tipps f\u00fcr eine gute Musiker-Homepage\" href=\"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/tipps-fur-eine-gute-musiker-homepage\/\">Homepage selber baut<\/a> und unterh\u00e4lt, spart nicht nur Geld und lernt eine n\u00fctzliche F\u00e4higkeit, sondern hat auch maximale Flexibilit\u00e4t bei der Gestaltung und beim Aktualisieren. Denn nur eine regelm\u00e4ssig aktualisierte Homepage mit m\u00f6glichst interessanten Informationen ist sinnvoll. Ich arbeite mit einem Programm namens Freeway Pro, welches ziemlich leicht zu bedienen ist. Es gibt aber zahlreiche andere M\u00f6glichkeiten wie z. B. das Redaktionssystem <a href=\"http:\/\/www.joomla.org\">Joomla<\/a>, welches mir einen sehr guten Eindruck macht und auch ein Blog etwa bei <a href=\"http:\/\/wordpress.org\">WordPress<\/a> kann praktisch sein. Wichtig ist, eine eigene Domain zu haben (d. h. www.SebastianDiezig.com und nicht irgendwas wie bluewin.ch\/users\/websites\/sdiezig.html , eigentlich selbstverst\u00e4ndlich.)<\/p>\n<p><strong>Networking:\u00a0<\/strong>F\u00fcrs Networking gibt es zahllose M\u00f6glichkeiten wie z. B. <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/pages\/Sebastian-Diezig-Cellist\/121409671284552\">Facebook<\/a>. Fast wichtiger scheint mir aber, Konzerte anderer (befreundeter) K\u00fcnstler zu besuchen und die Leute danach backstage kurz zu treffen. Dies ist ohnehin eine wichtige Art der Unterst\u00fctzung unter Musikern sowie eine gute Inspirationsquelle.<\/p>\n<p><strong>Publikum werben:<\/strong>\u00a0Ich glaube, dass sich viele Musiker nicht bewusst sind, was es eigentlich braucht, einen Saal mit Publikum zu f\u00fcllen. Stellen Sie sich einen grossen Konzertsaal wie das KKL vor: Niemand will vor leeren R\u00e4ngen spielen! Tats\u00e4chlich gibt es extrem viele gute Cellisten. Aber nur wenige haben ihren Namen derart etablieren k\u00f6nnen, dass sie locker ein KKL f\u00fcllen. (Deshalb werden f\u00fcr solche K\u00fcnstler auch zum Teil sehr hohe Honorare bezahlt, weil die dann \u00fcberall gefragt sind). Wenn ich mich in die Lage eines Konzertveranstalters versetze und mir vorstelle, dass ich einen Konzertsaal mit einer bestimmten Anzahl Pl\u00e4tzen habe, dann ist meine erste \u00dcberlegung: Welcher K\u00fcnstler garantiert mir einen vollen Saal? Als Musiker muss man daher versuchen, immer so viele Leute wie m\u00f6glich ins Konzert mitzubringen. Und wie bei &#8220;Networking&#8221; oben beschrieben, die Konzerte anderer Musiker besuchen. Denn ohne Publikum geht gar nichts und jeder sollte seinen Beitrag leisten.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Publikumswerbung ist Facebook gut (Veranstaltungseinladung), ein Newsletter sowie Mund-zu-Mund-Propaganda und last-but-not-least: Auf der eigenen Homepage ein bisschen Hype erzeugen (warum nicht ein Countdown?). Auch nicht schlecht sind eigens designte Postkarten bei Vistaprint.ch. Allerdings ist der Versand dann recht aufwendig. Bei der Publikumswerbung ist Kreativit\u00e4t und Mut gefragt, nicht notwendigerweise viel Geld.<\/p>\n<p><strong>Presse anschreiben:<\/strong>\u00a0Ein Artikel \u00fcber ein kommendes Konzert in einer Zeitung kann auch Publikumsinteresse generieren. Man sollte die Medien fr\u00fchzeitig anschreiben und nicht entt\u00e4uscht sein, wenn Sie nicht antworten oder einen nicht ber\u00fccksichtigen. Es ist immer ein Versuch wert. Was logischerweise aussichtslos ist, ist eine Zeitung im Tessin anzuschreiben, wenn man ein Konzert im Thurgau hat.<\/p>\n<p><strong><a title=\"Wie man besser vom Blatt spielt\" href=\"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wie-man-besser-vom-blatt-spielt\/\">Blattlesen<\/a>:<\/strong>\u00a0Eine F\u00e4higkeit, die wohl schon immer sehr wichtig war. Wer gut vom Blatt liest, der spart enorm viel Zeit und zwar nicht nur, wenn er in einer Probe alles zuverl\u00e4ssig und sch\u00f6n vom Blatt spielen kann, sondern auch beim Erlernen neuer und schwieriger Solo-Literatur. Ich war lange Zeit so schlecht im Notenlesen, dass das blosse Entziffern eines neuen St\u00fccks bereits enorm viel Zeit in Anspruch nahm. Gl\u00fccklicherweise muss man im Orchester in immer recht wenig Zeit sehr viele Noten &#8220;fressen&#8221; und verbessert sich so automatisch. Aber auch gezieltes Training wirkt. Auf Youtube und auch sonst im WWW gibt es gute Tips (suchen Sie nach &#8220;how to sight read&#8221; oder \u00e4hnliche Suchabfragen). Besonders empfehlenswert ist es, jeden Tag ein kleines St\u00fcck oder ein paar Seiten eines St\u00fcckes vom Blatt zu lesen. Am besten mit Metronom in einem Tempo, welches einem erlaubt, das St\u00fcck fehlerfrei zu bew\u00e4ltigen, und ohne anzuhalten (Fehler sp\u00e4ter untersuchen und korrigieren). Anfangen sollte man mit nicht zu schwierigen St\u00fccken. Ich drucke gerne auf imslp.org ein St\u00fcck zum lesen aus.<\/p>\n<p>Gut vom Blattlesen setzt auch eine sehr gute Technik voraus. Tonleitern und Arpeggios helfen.\u00a0<a title=\"Wie man effizient und effektiv Cello \u00fcbt\" href=\"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/wie-man-effizient-und-effektiv-cello-ubt\/\">Mehr Tipps zum \u00dcben hier<\/a>\u00a0und\u00a0<a title=\"8 Zeit sparende Techniken f\u00fcr alle Musiker\" href=\"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/8-zeit-sparende-techniken-fur-alle-musiker\/\">mehr Tipps zum Zeit sparen hier<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Video und Audio von einem Konzert produzieren:<\/strong>\u00a0Videokameras kosten nicht mehr alle Welt, gute Stative etwas mehr und Recorder wie die verschiedenen Modelle der Marke &#8220;Zoom&#8221; (Stativ separat zu kaufen) sind auch relativ erschwinglich. Jeder Musiker sollte seine Konzerte mindestens auf Audio aufnehmen und hinterher h\u00f6ren. Mit einem Zoom Handy Recorder (ich habe den H4n) erzielt man mit etwas Erfahrung eine sehr gute Klangqualit\u00e4t, die meiner Meinung nach auch f\u00fcr eigene CD-Produktionen und Demos reicht. Wer dazu noch an einem guten Ort im Saal eine HD-Videokamera aufstellt und evtl. wie ich eine liebe Frau hat, die die Kamera auch noch f\u00fchrt, um das Video etwas interessanter zu machen, der kann dann die Audiofiles bsp. in SoundStudio (g\u00fcnstige und einfach zu bedienende Software von Felt Tip Inc.) bearbeiten (Hall hinzuf\u00fcgen, Applaus usw. wegschneiden, evtl. auch kleine Schnitte und Korrekturen) und in iMovie Ton und Video zusammenf\u00fcgen und dann alles auf Youtube hochladen.<\/p>\n<p><strong>Konzerte an Land ziehen:<\/strong>\u00a0Dies ist wirklich extrem tricky und schwierig. Ich selber bin kein Profi darin. Gl\u00fccklicherweise werde ich oft angefragt, was die viel bessere Situation ist. Es spielt definitiv eine Rolle, wieviel Publikum man anzieht (siehe oben &#8220;Publikum werben&#8221;). Und dann auch wer einen kennt (daher: Kontakte pflegen, Konzerte von Kollegen besuchen, Homepage haben, Kollegen gut behandeln, Presse miteinbeziehen usw.) Aber das Feld ist sehr kompetitiv. Ein Musiker, der sich aus der Masse abheben kann, hat wohl bessere Chancen. Aber das ist leichter gesagt als getan. Eine M\u00f6glichkeit w\u00e4re z. B. sich auf bestimmte Sachen zu spezialisieren (ich spiele z. B. gern Solo-Rezitals mit heiklen Programmen, die nicht jeder spielen will und <a title=\"Notenmaterial bestellen (Top Gun + Blues)\" href=\"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/notenmaterial\/\">komponiere auch eigene Werke f\u00fcr Solo-Cello<\/a>). Jeder sollte sich bewusst sein, dass nichts einfach so aus dem Himmel kommt. Fast noch besser als Konzerte an Land ziehen w\u00e4re, Konzerte selber zu veranstalten. Einerseits w\u00fcrde man so mehr Arbeit f\u00fcr Musiker generieren und h\u00f6chstwahrscheinlich sehr viel lernen \u00fcber die Schwierigkeiten des Konzertbetriebs (Finanzierung, Publikumswerbung, Organisatorisches&#8230;).<\/p>\n<p><strong>Immer mehr wissen wollen.<\/strong>\u00a0Die oben genannten F\u00e4higkeiten habe ich nur kurz angesprochen. Nat\u00fcrlich muss jeder, der sich damit befassen will, viele Infos und Anleitungen zusammensuchen. Zum Gl\u00fcck haben wir heutzutage das Internet, in dem man enorme Informationssch\u00e4tze findet. Bitte vergeben Sie mir, dass ich jetzt nicht anfange, hier Links anzusammeln. Wenn ich etwas wissen will, dann google ich es und merke mir die Adresse normalerweise nicht. Mit der Zeit tr\u00e4gt man aber sehr viele Mosaiksteinchen mit Informationen zusammen und kann sie zu einem sinnvollen Gesamtbild zusammenf\u00fcgen. Jeder muss sich immer weiterbilden!<\/p>\n<p><strong>Fit und gesund bleiben:<\/strong>\u00a0Cellospielen und die oben genannten Punkte sind alle sitzende T\u00e4tigkeiten. Nebst dem t\u00e4glichen \u00fcben (so viel wie m\u00f6glich) sollte ein Musiker deshalb auch extra Zeit investieren um k\u00f6rperlich fit und gesund zu sein (wie jeder andere Mensch auch). Ich fahre gern Rennrad (1-2x pro Woche) und <a title=\"Mit dem Cello Fahrrad fahren \u2013 eigentlich kein Problem\" href=\"http:\/\/sebastiandiezig.com\/wordpress\/mit-dem-cello-fahrrad-fahren-eigentlich-kein-problem\/\">fahre immer mit dem Rad zur Arbeit<\/a> und mache zudem jeden Tag Krafttraining mit meinem eigenen K\u00f6rpergewicht. Ein anderer sehr guter Sport ist Schwimmen (vor allem crawlen). Wichtig ist logischerweise auch genug Schlaf, so banal es klingen mag.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das eigene Instrument super zu beherrschen ist heutzutage in Anbetracht der grossen Konkurrenz das Minimum. Ein Musiker sollte heute eine Reihe weiterer F\u00e4higkeiten draufhaben, um sich erfolgreich durchzuschlagen. Nicht zuletzt, weil nicht jeder einen ganzen Staff oder mindestens einen Manager hat, der einem den R\u00fccken frei h\u00e4lt. 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