Popper 19 «Lohengrin»
Diese Etüde bezieht die ersten Takte aus einer schwierigen Cellostelle der Wagner-Oper «Lohengrin» und trägt daher diesen Übernamen. Eine anstrengend zu spielende Etüde vor allem für die rechte Hand, da man in hohem Tempo sehr viele Saitenwechsel zu bewerkstelligen hat, was das Halten des Bogens mit zunehmender Dauer des Stücks mühsamer macht. Sehr schnelle Saitenwechsel (oft über eine Saiten hinweg) sind also das Hauptmerkmal dieser Etüde. Jedoch hat die Etüde auch ein paar für die linke Hand unangenehme Läufe eingebaut.
Ich finde sie ausserdem schwierig zum auswendig spielen. Schon bei anderen Popper-Etüden dieses Charakters habe bemerkt, dass es für das Gedächstnis nicht einfach ist, wenn so viele Töne kreuz und quer auf dem Cello in kurzer Abfolge und hohem Tempo während zwei Seiten gespielt werden. Ich musste mir ein paar Stellen in der Tat auch mental einprägen und da und dort Eselsbrücken ausdenken, damit ich nicht rausfalle. Besonders dort, wo Popper im zweiten Teil die Etüde nach einer sonst gleichen Musik wie am Anfang anstatt auf einem Ges auf einem G und mit anderem Material weiterfährt. Dennoch ist für mich das Auswendigspiel ein fundamentaler Teil dieses langen Popper-Projekts, denn auch das muss trainiert sein. Es verlängert natürlich aber den Prozess enorm, denn aus den Noten könnte man das Stück immer früher gut genug spielen.
Wie immer ist der beste Tipp für so ein Stück ausserdem: Langsam üben. Denn natürlich will man am Ende ein flottes Tempo, aber ohne die grundlegend korrekte Einübung unter Tempo ist der Weg dorthin sehr lang. Darüberhinaus würde ich bei dieser Etüde manche besonders schwierigen Stellen auch ganz gezielt und in verschiedenen rhythmischen Variationen üben, und dies nicht zu knapp. So kann man manche richtig knifflige Stellen besser «ausbeineln». Ausserdem steht als Spielanweisung im Notentext «Spiccato». Das finde ich grundsätzlich okay aber es muss jeder Ton trotzdem klangvoll sein.

