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David Popper Experience #19/20 “Lohengrin”

Popper 19 «Lohengrin»

Diese Etüde bezieht die ersten Takte aus einer schwierigen Cellostelle der Wagner-Oper «Lohengrin» und trägt daher diesen Übernamen. Eine anstrengend zu spielende Etüde vor allem für die rechte Hand, da man in hohem Tempo sehr viele Saitenwechsel zu bewerkstelligen hat, was das Halten des Bogens mit zunehmender Dauer des Stücks mühsamer macht. Sehr schnelle Saitenwechsel (oft über eine Saiten hinweg) sind also das Hauptmerkmal dieser Etüde. Jedoch hat die Etüde auch ein paar für die linke Hand unangenehme Läufe eingebaut.
Ich finde sie ausserdem schwierig zum auswendig spielen. Schon bei anderen Popper-Etüden dieses Charakters habe bemerkt, dass es für das Gedächstnis nicht einfach ist, wenn so viele Töne kreuz und quer auf dem Cello in kurzer Abfolge und hohem Tempo während zwei Seiten gespielt werden. Ich musste mir ein paar Stellen in der Tat auch mental einprägen und da und dort Eselsbrücken ausdenken, damit ich nicht rausfalle. Besonders dort, wo Popper im zweiten Teil die Etüde nach einer sonst gleichen Musik wie am Anfang anstatt auf einem Ges auf einem G und mit anderem Material weiterfährt. Dennoch ist für mich das Auswendigspiel ein fundamentaler Teil dieses langen Popper-Projekts, denn auch das muss trainiert sein. Es verlängert natürlich aber den Prozess enorm, denn aus den Noten könnte man das Stück immer früher gut genug spielen. 
Wie immer ist der beste Tipp für so ein Stück ausserdem: Langsam üben. Denn natürlich will man am Ende ein flottes Tempo, aber ohne die grundlegend korrekte Einübung unter Tempo ist der Weg dorthin sehr lang. Darüberhinaus würde ich bei dieser Etüde manche besonders schwierigen Stellen auch ganz gezielt und in verschiedenen rhythmischen Variationen üben, und dies nicht zu knapp. So kann man manche richtig knifflige Stellen besser «ausbeineln». Ausserdem steht als Spielanweisung im Notentext «Spiccato». Das finde ich grundsätzlich okay aber es muss jeder Ton trotzdem klangvoll sein.

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David Popper Experience 12/40

Ich glaube, dies ist bis jetzt die schwerste Popper-Etüde. Das Stück deckt das gesamte Tonhöhenspektrum von leerer C-Saite bis zu den höchsten Tönen ab, zwingt zu wilden Lagenwechseln, schlecht liegenden Griffen über die Saiten und hat am Schluss auch noch eine aberwitzige absteigende Oktav-Tonleiter. Ich glaube viel mehr Schwierigkeit kann man in ein so kurzes Stück nicht mehr packen.

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David Popper Experience #11/40

Poppers elfte Etüde ist eher einfach zu spielen aber bis ich sie auswendig konnte, dauerte es dann doch eine Weile. Viele sich chromatisch verschiebende Sequenzen und noch mehr Saitenwechsel zeichnen dieses Werk aus und machen es fürs Gedächtnis recht kompliziert.

Ich glaube, ein flottes Tempo ist aus interpretatorischer Sicht sinnvoll, ansonsten wird es ein zäher Vortrag. Ausserdem richtete ich mein Augenmerk auf möglichst wenige Kratzgeräusche, was angesichts der unzähligen Saiten- und Bogenwechsel nicht ganz einfach zu bewerkstelligen ist.

Es ist ein faszinierendes Projekt, alle Etüden Poppers Hoher Schule auf diese Art aufzunehmen. Es dauert zwar vermutlich noch etwa acht Jahre, wenn ich weiter in diesem Tempo vorankomme (wovon ich ausgehe) aber so habe ich Zeit, mich eingehend mit den einzelnen Stücken und ihren Schwierigkeiten zu befassen. Vor allem ist es für mich immer erstaunlich, wie weit man eben doch kommt, wenn man zwar im Schneckentempo bzw. täglich nur in kleinen Schritten, jedoch konsequent und unaufhaltsam vorangeht. Auf einmal stellt man fest, dass man bereits einen guten Teil der grossen Strecke zurückgelegt hat.

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David Popper Experience #9/40

An dieser neunten Popper-Etüde habe ich lange gekaut. Bis jetzt ist sie die mit Abstand schwerste im High-School-Buch. Sie besteht ausschliesslich aus Doppelgriffen. In der Halslage mag das noch einigermassen gut machbar sein aber weiter oben auf dem Griffbrett wird es intonationsmässig dann deutlich schwieriger. Für die rechte Hand derweil ist die Herausforderung, trotz Saiten- und Lagenwechseln immer beide Töne schön kontrolliert anzustreichen. Auf der Haben-Seite darf man dieser Etüde aber eine gewisse Grundschönheit in der Melodik, Harmonik und Form zusprechen, was die musikalische Gestaltung erleichtert – wenn die Töne mal halbwegs sitzen, versteht sich.