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David Popper Experience #18/40

Heute gehen wir wieder mal einen Schritt voran in diesem Dekaden-Projekt, welches mich auf dem Cello fit hält und mir grossen Spass macht, hilft, Struktur in meinen Übealltag zu bringen und auch etwas ist, was in der Form nicht jeder macht.
Die 18. Etüde in David Poppers High School of Cello Playing ist ziemlich schwierig, weil die linke Hand einen grossen Teil der Zeit in der Daumenlage spielt und viele Lagenwechsel machen muss. Auch der vierte Finger wird in der Daumenlage verwendet. Gute Intonation ist wahrscheinlich die grösste Herausforderung in diesem Stück.

Eine weitere Schwierigkeit dieser Etüde ist für mich der umfangreiche Einsatz von Flageoletts, und dazu habe ich eine Empfehlung. Durch das Studium der Popper-Etüden habe ich festgestellt, dass es sehr hilfreich sein kann, diese hohen natürlichen Flageolettreihen zunächst so zu üben, als wären es ganz normale Töne. Drücken Sie den Finger normal auf die Saite und spielen Sie sie beim Üben wie gewöhnliche gegriffene Töne. Wenn das gut funktioniert, wissen Sie genauer, wo der Finger platziert werden muss, und das Flageolett wird zuverlässiger ansprechen. Das können Sie einmal ausprobieren.

Die wichtigste Empfehlung beim Üben von schwierigem Material wie diesem ist, langsam zu üben. Sie würden nicht glauben, wie viel Zeit ich mit langsamem Üben verbringe – ohne Vibrato, mit Fokus auf einen guten Klang, präzise Intonation und saubere Lagenwechsel. Ich bin zu 100 % überzeugt, dass das Zeit spart – selbst wenn man es eigentlich eilig hat.

Wie so oft bei Popper-Etüden können sie leicht wie reine Übungen klingen, wenn man nicht darauf achtet, sie wie echte Musik klingen zu lassen. So würde ich diese Etüde zusammenfassen.

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David Popper Experience #17/40

Langsam aber sicher bahne ich mir einen Weg durch David Poppers High School Book und ich freue mich, heute ein neues Video präsentieren zu können.
Nr. 17 ist kurz und prägnant. Die Form des Stücks ist A-B-A, und während ich den A-Teil in einer von der Romantik inspirierten und dafür typisch aufgewühlten Stimmung empfinde, ist der B-Teil viel zarter (Adagio und Piano dolce). In technischer Hinsicht erkundet Popper in dieser Etüde sich schnell bewegenden Doppelgriffsequenzen (zumeist Sexten und im Mittelteil auch andere Intervalle, darunter sogar einige ungewöhnliche wie Dezimen).
In den A-Teilen stechen die Basstöne automatisch heraus, was wahrscheinlich der Grund dafür ist, dass Popper auf die hohen Noten (auf dem zweiten und vierten Schlag) Akzente gesetzt hat. Um diese akzentuierten Noten noch mehr hervorzuheben, spiele ich sie kürzer und trenne sie dadurch von der nächsten Note, damit sie sich deutlicher von der folgenden Musik abheben. Ich spiele die A-Teile auch in einem eher bewegten Tempo, weil dies musikalisch für mich mehr Sinn macht. Allerdings werden die Doppelgriff-Abläufe dadurch schwieriger.

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David Popper Experience 14/40 “Staccato”

Sebastian Diezig spielt Poppers vierzehnte Etüde.

In diesem grossen Projekt war mir bereits am Anfang klar, dass die vierzehnte Etüde der härteste Prüfstein sein würde. Denn Staccato ist eine richtig schwierige Strichart, die selbst weltberühmte Solisten nicht immer beherrschen. Anderen gab’s der Herr im Schlaf. Doch bei mir war es so etwas dazwischen: Im Aufstrich war das Staccato seit jeher gut brauchbar. In dieser Etüde wird jedoch auch viel Staccato im Abstrich verlangt, und dies war meine Stärke bislang nicht.

Ich weiss allerdings, dass im Staccato die Synchronisation zwischen linker und rechter Hand absolut perfekt sein muss. Und Staccato ist eine Strichart, die man nicht bereits als Anfänger übt. Denn würde man als Anfänger sich damit befassen, täte man das, was alle Anfänger tun: Langsam üben. Und genau das muss man beim Staccato meiner Meinung nach tun – langsam üben und zwar viel. Auch muss wie gesagt die Synchronisation der linken Hand mit der rechten völlig einwandfrei sein, sonst verhaspelt man sich. Folglich muss jede kleinste Ungenauigkeit in der linken Hand eliminiert werden. Aus diesem Grund empfehle ich, die Etüde auch viel im Hin- und Her-Strich zu üben.

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David Popper Experience 13/40

Sebastian Diezig spielt Poppers Etüde Nr. 13

Heute bin ich bei meinem David Popper Projekt wieder mal einen kleinen Schritt weiter gekommen. Da ich auch bereits alle Piatti-Capricen in ähnlicher Weise aufgenommen habe, frage ich mich immer mal wieder, ob die Popper-Etüden womöglich schwieriger zu spielen sind als die Piatti-Capricen. Mein Zwischeneindruck ist folgender: Ich denke ja. Natürlich gibt es einige Etüden von Popper, welche nicht sonderlich schwer sind, aber die allerschwierigsten wie etwa diese Nr. 13 sind wohl tatsächlich unangenehmer zu spielen als die schwersten Piatti-Capricen. Es kann zwar sein, dass ich mit der Zeit die zurückliegenden Schwierigkeiten etwas vergessen habe, zumal das Piatti-Projekt bereits mehrere Jahre in der Vergangenheit liegt. Aber Popper hat eine fast obsessive Art, gewisse technische Spitzfindigkeiten seitenlang und in allen Lagen und Tonarten auszubreiten und auszubrüten, die ich bei Piatti in der Ausgeprägtheit nicht zu erinnern vermag. Auch kommt dazu, dass Poppers Etüden grundsätzlich – mit einigen Ausnahmen – von der musikalischen Aussage weniger substanziell sind, da sie nach meinem Dafürhalten nicht fürs Konzert gedacht waren, sondern als Übungen. Dadurch hat man die zusätzliche Sorge, sie ständig musikalisch beleben und “beseelen” zu wollen. Dies gesagt, finde ich sie trotzdem äusserst interessant und hilfreich und mache selbstverständlich weiter.

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David Popper Experience #11/40

Poppers elfte Etüde ist eher einfach zu spielen aber bis ich sie auswendig konnte, dauerte es dann doch eine Weile. Viele sich chromatisch verschiebende Sequenzen und noch mehr Saitenwechsel zeichnen dieses Werk aus und machen es fürs Gedächtnis recht kompliziert.

Ich glaube, ein flottes Tempo ist aus interpretatorischer Sicht sinnvoll, ansonsten wird es ein zäher Vortrag. Ausserdem richtete ich mein Augenmerk auf möglichst wenige Kratzgeräusche, was angesichts der unzähligen Saiten- und Bogenwechsel nicht ganz einfach zu bewerkstelligen ist.

Es ist ein faszinierendes Projekt, alle Etüden Poppers Hoher Schule auf diese Art aufzunehmen. Es dauert zwar vermutlich noch etwa acht Jahre, wenn ich weiter in diesem Tempo vorankomme (wovon ich ausgehe) aber so habe ich Zeit, mich eingehend mit den einzelnen Stücken und ihren Schwierigkeiten zu befassen. Vor allem ist es für mich immer erstaunlich, wie weit man eben doch kommt, wenn man zwar im Schneckentempo bzw. täglich nur in kleinen Schritten, jedoch konsequent und unaufhaltsam vorangeht. Auf einmal stellt man fest, dass man bereits einen guten Teil der grossen Strecke zurückgelegt hat.

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David Popper Experience #10/40

Mit dieser zehnten von insgesamt 40 Etüden erreiche ich heute die 25%-Marke in der David Popper Experience.

Zwar gibt es in dieser Etüdensammlung durchaus noch die eine oder andere schwierigere Nummer als diese zehnte Etüde. Aber ist sie nicht zu unterschätzen. Zu den Schwierigkeiten gehören nämlich viele Arpeggios und Läufe über mehrere Saiten und Lagen hinweg, häufiges, direktes -also ohne Glissando und somit heikles- Ansteuern der zweiten und dritten Lage, delikate Lagenwechsel auf dem Daumen und eine unangenehme Doppelgriffstelle am Schluss.

Abgesehen von diesen technischen Aspekten finde ich, dass es bislang eine der musikalisch ansprechenderen Nummern ist.

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David Popper Experience #9/40

An dieser neunten Popper-Etüde habe ich lange gekaut. Bis jetzt ist sie die mit Abstand schwerste im High-School-Buch. Sie besteht ausschliesslich aus Doppelgriffen. In der Halslage mag das noch einigermassen gut machbar sein aber weiter oben auf dem Griffbrett wird es intonationsmässig dann deutlich schwieriger. Für die rechte Hand derweil ist die Herausforderung, trotz Saiten- und Lagenwechseln immer beide Töne schön kontrolliert anzustreichen. Auf der Haben-Seite darf man dieser Etüde aber eine gewisse Grundschönheit in der Melodik, Harmonik und Form zusprechen, was die musikalische Gestaltung erleichtert – wenn die Töne mal halbwegs sitzen, versteht sich.

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David Popper Experience 8/40

Heute geht es weiter mit David Poppers achter Etüde aus seiner “Hohen Schule”. Diese Nummer ist für die linke Hand wieder mal knifflig: Daumenlage in allen möglichen Regionen des Griffbretts, besonders auch im Halsbereich, wo der Daumen sonst ja eher nicht auf die Saiten greift. Nicht zum ersten Mal in diesem Projekt stelle ich fest, dass man mit einem Popper-Stück seine linke Hand gehörig müde machen, ja sogar verletzen könnte, wenn man es damit übertreibt.

Trotz aller Schwierigkeit in der linken Hand ist das Wichtigste in dieser Etüde meiner Meinung nach die Pflege des guten Legatos und der geschmeidigen Saitenübergänge im Bogen, weil andernfalls das Stücklein etwas holprig daherkommen könnte.

Diese “David Popper Experience” ist seit bald zwei Jahren mein kleines Aufnahmeprojekt. Es wird noch lange weitergehen und zwar weil ich die Stücke (insgesamt 40 an der Zahl) eins nach dem anderen lerne und aufnehme und sie immer mit gewissen technischen Schwierigkeiten gespickt sind, die ich zuerst in den Griff kriegen muss, bevor ich ans Aufnehmen denke. Da ich im Audio und Video keine Schnitte machen will, muss ich extra-gründlich üben und somit gilt der Ausspruch: Gut Ding will Weile haben. Ich habe glaube ich mal ausgerechnet, dass ich insgesamt etwa 8-10 Jahre brauchen werde, um alles aufzunehmen.

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Popper Experience 7/40

Seit ungefähr anderthalb Jahren bin ich mit dem Lernen und Einspielen von David Poppers High School Etüden befasst und heute konnte ich die Nummer 7 aufnehmen. Es ist ein Projekt, welches mich noch lange beschäftigen wird, da ich immer in einem Take aufnehmen will. Dies bedeutet, dass ich zwar viel und lange an den Etüden üben muss (was glaube ich auch der Sinn dieser Werke ist) aber dafür nicht lange an den aufgenommenen Dateien rumzuwerkeln habe.

Poppers siebte Etüde ist ein sehr kurzes, technisch aber heikles Stück, welches einmal mehr eher Übungs- denn Konzertstück-Charakter aufweist. Dennoch versuche ich eine musikalisch interessante Interpretation zu realisieren. Technisch gesehen sind einerseits die Läufe der linken Hand eher kompliziert und andererseits sind vor allem die zahllosen Lagenwechsel in alle möglichen und unmöglichen Regionen des Griffbretts eine Herausforderung für die Intonation. Eine weitere Hürde sind die vielen Noten, welche man oft unter einem Bogen spielen soll und welche den Cellisten zwingen, sparsam zu streichen, ohne dass darunter aber die Geschmeidigkeit des Klangs und der Phrase leiden sollten.

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Popper Experience #6/40

Auf den ersten Blick erscheint Poppers sechste Etüde nicht sonderlich kompliziert. Aber da ich bei diesem grossen Projekt wie beim Piatti-Projekt auch schon auf bestimmte Dinge achte, arbeitete ich schlussendlich über drei Monate an diesem kurzen und schnellen Stück. Meine Ziele sind nämlich erstens: das Stück möglichst einwandfrei zu beherrschen, zweitens: eine musikalische Interpretation zu realisieren und drittens will ich jede Popper-Etüde auswendig spielen können. Viertens will ich die Etüde aufnehmen ohne die Aufnahme schneiden zu müssen, weil mir dies grundsätzlich ein wenig gegen den Strich geht. Und fünftens: Ich lasse mir so viel Zeit wie ich brauche, damit ich alle vorher genannten Kriterien erfüllen kann.
Warum dauerte die Arbeit nun länger als bei anderen Etüden Poppers? Nun, die Etüde hat von Anfang bis Schluss fast ununterbrochen Sechzehntel-Noten, welche im Vortrag dann schön und problemlos in hohem Tempo ablaufen müssen. In der Mitte und im zweiten Teil rasen diese Läufe dann auch durch technisch sehr diffizile Momente. Und auch das Auswendiglernen brauchte seine Zeit.
Was an dieser Etüde übrigens erschwerend dazukommt ist, dass sie für die linke Hand extrem anstrengend ist. Man hat fast keine Möglichkeiten, die Muskeln und Sehnen zu entspannen und somit ist der Erfolg mit dieser sechsten Nummer in Poppers “Hoher Schule” zu einem nicht kleinen Teil auch Training und Rücksichtnahme auf die eigenen körperlichen Grenzen.